15.05.2015 10:56
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Künsch
IG Hornkuh
Das Rütli und Hornkühe sind beide Tradition
Armin Capaul lud die Unterstützer der Hornkuh-Initiative am Muttertag aufs Rütli ein. Seinem Ruf folgten auch Politiker und Künstler. Mit der Gründung der IG Hornkuh Uri bekam die Initiative weiter Rückenwind.

Petrus muss hinter dieser Aktion stehen, wenn er uns hier an diesem historischen Ort solches Wetter beschert», hielt der St.Galler Kantonsratspräsident Paul Schlegel in seinen Grussworten auf der Rütliwiese fest. Schlegel bezeugte seine Solidarität mit der Hornkuh-Initiative, denn es gehe darum, Schweizer Werte und Traditionen beizubehalten.

Nach den feierlichen Klängen der Alphornbläser und dem Trychlerverein Bürglen UR  zeigte sich der Initiant der IG Hornkuh, Armin Capaul, optimistisch, dass die nötigen 100000 Unterschriften für die Hornkuh-Initiative, die der Würde der landwirtschaftlichen  Nutziere dienen soll,  bis März 2016 zustande komme. «Die Initiative verlangt kein Enthornungsverbot, sie verlangt nur, dass Halter von Horn tragenden Tieren finanziell unterstützt werden, denn sie brauchen mehr Fläche», so Capaul.

Wichtig für Verdauung

«Durch die Hörner regeln die Kühe die Distanz zueinander und federn bei Hierarchiekämpfen die Stösse ab, zudem ist der stark durchblutete und daher sehr schmerzempfindliche Nerv im Horn wichtig für die Verdauung», sagt Tamara Fretz, Tierpsychologin und Mitglied des Initiativkomitees. Rückenwind erlangt die Initiative nun zusätzlich durch die IG Hornkuh Uri, deren Gründung im Rahmen des Rütli-Events durch die Initiantin Priska Welti bekannt gegeben wurde. 

Unter den zahlreichen Gästen befand sich auch die Schweizer Künstlerin Sylvia Bühler, die als Begründerin der heutigen zeitgenössischen Schweizer Brauchtumsmalerei gilt. «Im Kanton Appenzell hat die Mehrheit der Kühe noch ihre Hörner, riesige Laufställe sind bei uns eher die Ausnahme», befürwortet die Künstlerin die Initiative. Es gehe hier nicht nur um Ästhetik, sondern um die Würde der Kuh.

Initiative
Die Initiative will, dass der Bund  mit wirtschaftlichen Anreizen Produktionsformen fördert, die besonders   umwelt- und tierfreundlich sind; dabei sorgt er insbesondere dafür, dass  Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen. sum

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