11.02.2015 10:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Künsch
Stallbau
Das Tierwohl steht an erster Stelle
Die Planung tiergerechter Ställe sichert Gesundheit und Leistungsbereitschaft des Milchviehs und kann die Arbeitsbelastungen reduzieren. Eine überschaubare Aufteilung, Licht und viel Luft spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der Neubau einer Stallung ist immer wieder eine Herausforderung, gilt es doch, vielen Faktoren Rechnung zu tragen. Gelegenheit, unterschiedliche Lösungen und Konzepte zu vergleichen, bot die vom Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) Hohenrain LU organisierte Bauexkursion vom letzten Donnerstag.

Gummi bewährt sich

So konnte der im April 2014 bezogene Boxenlaufstall mit 36 Tiefboxen von Urs Bachmann in Hohenrain eingehend begutachtet werden. Die helle, luftige Konstruktion aus Holz mit einer Pultbedachung aus Sandwichpaneelen präsentiert sich auf der Südostseite offen, mit Curtains auf der Nordwestseite. «Ich wollte einen besonders tierfreundlichen Stall, der den Kühen einen regelmässigen Auslauf im Freien gewährleistet», begründet Urs Bachmann die gewählte Bauart.

Beim Stalleingang befinden sich die Tiefstreuboxen für die Kälber und die Abkalbebox. Positiv bewertet Bachmann die Gummimatten auf der  Fressachse und die Schieberentmistung. Auslauf haben seine 27 Kühe auf einer Fläche von 580m² auf der Jauchegrube mit Betonrosten mit einem direkten Zugang zum u-förmigen Tandemmelkstand. Laut BBZN-Lehrer und Bauberater Lukas Walthert sind die beidseitigen Heubühnen im Stall ideale Luftschichterzeuger. «Für mich als Einmannbetrieb hat sich diese Stalllösung als optimal erwiesen», so der Landwirt.

Flexibel mit Melkroboter

Auf einen Roboterstall gesetzt haben Albert Grüter und sein Sohn Daniel auf ihrem Betrieb in Hohenrain. Der dreireihige Boxenlaufstall mit 71 Tiefboxen und einem Lely-A4-Melkroboter mit freiem Tierverkehr wurde im Oktober 2014 bezogen und ist grosszügig angelegt. «Uns war eine Optimierung der Abläufe wichtig. Die Kühe sind viel freier als vorher», sagt Daniel Grüter. Obwohl der Stall geschlossen ist, geben transparente Curtains auf beiden Längsseiten genügend Lichteinfall und können bei Bedarf geöffnet werden. Zur Lichtoptimierung wurden an der Decke Natriumdampflampen installiert.

Fress- und Laufgang sind mit Spaltenboden und Kura-S-Gummibelag ausgestattet. Die Entmistung besorgt ein Lely-Entmistungsroboter.

Stall Bachmann

Neubau 2014

Stallanlage Längsseite Südost offen
Boxenlaufstall nach BTS/Raus-Vorschriften
36 Tiefboxen
30 Kuhplätze
Schieberentmistung
u-förmiger Tandemmelkstand

Zufrieden mit Einstreu

«Wir sind sehr zufrieden mit der Kalk-Stroh-Einstreu, die Kühe liegen viel. Das ist ein gutes Zeichen», so der junge Bauer. Dank einem Selektionstor können die Kühe nach dem Melken separiert oder zurück in den Fress- und Liegebereich geleitet werden. «Obwohl man sich vermehrt mit der Technik auseinandersetzen muss, ist man mit einem Roboterstall viel flexibler», sagt Grüter und würde wieder genau so bauen.

Stall Grüter

Neubau 2014
Stallanlage geschlossen, beide Längsseiten Curtains
Roboterstall mit Lely-A4- Melkroboter mit freiem Tierverkehr
3-reihiger Boxenlaufstall
71 Tiefboxen
70 Kuhplätze
Lely-Entmistungsroboter

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