4.06.2015 12:35
Quelle: schweizerbauer.ch - Monika Helfer
Holstein
Das Zuchtziel nicht aus den Augen verlieren
Die Holsteinzüchter haben seit Herbst 2014 die Möglichkeit, einen Paarungsplan für ihren Betrieb erstellen zu lassen. Einer, der das Angebot aus Zeitgründen nutzt, ist Daniel Girard aus Prez-vers-Siviriez FR.

Seit August 2014 arbeitet Olivier Buchs beim Schweizerischen Holsteinzuchtverband. Er ist verantwortlich für den Aussendienst des Verbandes und stellt die direkte Verbindung zwischen den Züchtern und des Verbandes sicher. Aber vor allem ist er für die neue kostenpflichtige Dienstleistung «Anpaarungsberatung» verantwortlich. Die Züchter haben dank Buchs die Möglichkeit, einen professionellen Paarungsplan für ihre Herde zu erstellen.

Anpaarungsberatung

Seit August 2014 hat Buchs schon mehrere Anpaarungspläne in der ganzen Schweiz erstellt. «Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv, und unser Ziel ist es, diese wertvolle Dienstleistung zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Die meisten Züchter, welche diese Dienstleistung in Anspruch nehmen, haben oftmals keine Zeit oder wollen eine professionelle Beratung», so Buchs.

Dies ist auch beim Züchter Daniel Girard aus Prez-vers-Siviriez FR der Fall. Girard bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern einen Betrieb mit 60 Holsteinkühen, welche in einem komfortablen Laufstall untergebracht sind. Weitere 35 Jungtiere befinden sich bei einem Nachbarn in der Aufzucht. Als zusätzlichen Betriebszweig hält Girard 7000 Mastpoulets. Durch die tägliche Arbeit auf dem Betrieb ist er ausgelastet und findet deshalb nur wenig Zeit, sich eine Meinung zu bilden. Dies will er durch den Aussendienst des Holsteinzuchtverbandes kompensieren.

ISET, IPL, Fett, Eiweiss

Die Anpaarungsberatung ist in verschiedene Etappen aufgegliedert, so geht es beim heutigen Betriebsbesuch vor allem um das Herausfiltern der geeigneten Stiere für den Betrieb von Girard. Dazu füllt der Züchter ein Formular aus, welches die strategischen Zuchtziele sowie verschiedene Eigenschaften des Betriebes erhebt. Bei der Festlegung des Zuchtziels setzt Girard seine Akzente auf die Zuchtwerte ISET, IPL, Fett und Eiweiss.

Anhand dieser vier Kriterien will er eine ausgeglichene Exterieurkuh mit guter Leistung züchten. Zudem will er auch genomische Jungstiere und gesextes Sperma einsetzen. Nach Eingabe dieser Vorgaben schlägt das Anpaarungsprogramm eine Liste von genomischen Jungstieren sowie nachzuchtgeprüften Stieren vor, die den Kriterien entsprechen. Der Anpaarungsberater kann nun mit dem Züchter besprechen, welche dieser Stiere definitiv zum Einsatz kommen werden. Nach der Auswahl der Stiere wird  Buchs  in einer zweiten Etappe jedes Tier individuell anpaaren.

Kurzlebiges Angebot

«Das Zuchtziel muss über Jahre dasselbe bleiben, nur so kommt man zum Ziel und dadurch auch zum Erfolg», erklärt er. Weil jeder Landwirt ein individuelles Zuchtziel hat, ist auch die Stierenwahl nie dieselbe. «Mit der genomischen Selektion ist das Stierenangebot viel kurzlebiger geworden. Darum bietet der Verband den Landwirten an, nach dem Erstellen des Plans in einer weiteren Etappe  nach vier Monaten und der neuen Zuchtwertschätzung des Holsteinzuchtverbandes wieder die passenden Stiere herauszufiltern.»

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