6.06.2016 09:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Luzern
Die 17-jährige Heidi fällt besonders auf
Heidi ist die Stammkuh im Stall von Bernhard Gerber. Die 17-jährige Simmentalerin hat bereits 15 Mal gekalbt.

Bernhard Gerber aus Wiggen hatte in diesem Frühjahr gleich zwei Zuchtfamilien, beide wurden in die Gruppe A eingestuft. Speziell ist; Gerber hält acht Kühe, alle sind im Euter maximal punktiert, sieben davon wurden für die grosse Zuchtfamilienschau aus dem Stall genommen. Dies sind 88 Prozent seiner Simmentaler Kühe.

Immer auf der Alp

Besonders fällt Heidi auf. Die Code-60-Kuh ist 17 Jahre alt und die Stammkuh im Stall von Familie Gerber. Bereits 15 Kälber hat sie zur Welt gebracht, und mit Ausnahme des Sommers 2015 war sie immer auf der Alp Unter Breitwang im Eriz. Den Weg von 19 Kilometern hat Heidi sowohl im Frühjahr wie auch im Herbst stets zu Fuss gemeistert.

In den 14 abgeschlossenen Laktationen hat Heidi im Durchschnitt 4,19 Prozent Fett und 3,45 Prozent Eiweiss produziert. Die Lebensleistung beträgt über 80'000 Kilogramm Milch. Besonders bemerkenswert ist, dass die durchschnittliche Laktationsdauer nur 291 Tage beträgt. «Fruchtbarkeit ist genauso vererbbar wie ein schlechtes Bein», weiss Bernhard Gerber.

Grösster Zuchterfolg

Nicht nur die mit 55 55 maximal punktierte Heidi hat gute Gene, auch an ihre 15 Nachkommen, acht davon Kuhkälber, hat sie diese weitergegeben. Die Tochter Sissi wurde 2007 geboren, auch sie durfte in diesem Jahr eine Zuchtfamilie feiern. Bernhard und seine Frau Claudia wissen: «Das ist unser grösster Zuchterfolg, so etwas haben wir nie mehr.»

Mit Stolz erfüllt erzählt das Ehepaar von der Alpauffahrt, Heidi sei immer die Vorderste gewesen. «Ä richtegi Spinnmoore», bezeichnet sie Bernhard Gerber liebevoll. Bereits im letzten Sommer ging sie jedoch nicht mehr auf die Alp Unter Breitwang: «Sie het galtet», erklärt Gerber, sie werde bei einem Kollegen gesömmert, wo sie weniger steile Weiden habe und etwas zugefüttert werde.

Einfach funktioniert

Doch verwöhnt ist die Stamm- und gleichzeitig Leitkuh ganz und gar nicht. Bis heute wurde sie immer mit einem Standeimer gemolken. Nebst dem enormen Drang, zu Berg zu gehen, gibt es kaum etwas über Heidi zu erzählen: «Sie hat einfach funktioniert.»

Sie sei unauffällig gewesen, weiss Gerber. Wie es mit Heidi weitergeht, weiss der Landwirt  noch nicht: «Mit einer solchen Kuh kann man nicht mehr planen.» Wenn die Gesundheit bleibt, wird sie wohl ein weiteres Mal abkalben, und hoffentlich wieder ein Kuhkalb haben, so wie in diesem Frühjahr.

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