27.03.2016 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Braunvieh
«Die braune Kuh passt für mich»
Am 2. April zeigen die Luzerner Braunviehzüchter ihre schönsten Kühe. Mit drei Kühen konkurriert Josef Küng aus Menznau.

Die Viehzucht liegt Josef Küng. An Regionalviehschauen ist er mit seinen Tieren regelmässig anzutreffen. Davon zeugen die über 70 Plaketten an der Stallwand. «Schon mein Vater war immer an der Schau dabei. Wir haben noch an keiner gefehlt», gibt der Menznauer zu verstehen. Aber es gab nicht nur Plaketten, 2012 und 2014 kam die Schöneutermiss aus seinem Stall.

Mit drei Kühen dabei

Für die Luzerner Kantonale Braunviehschau hat Küng drei Kühe angemeldet: die Jungkuh Zaster Züsi, Jongleur Wanda und Pauer Pia, die letztes Jahr als Erstrangierte vom Platz ging. Für den 55-Jährigen fast ein Heimspiel, konnte doch als Austragungsort die «Holzi», die Menznauer Kronospan, gewonnen werden.

«Die Konkurrenz ist hart, aber es braucht schon Freude, immer mitzumachen. Ich staune und es ist schön, wie die vielen Jungen so engagiert mitmachen.» Aber Mitmachen zähle, und etwas Glück brauche es auch dazu. Angesprochen auf einen zentralen Schauplatz für den Kanton Luzern meint er: «Ein Zentrum wie die Vianco-Arena in Brunegg wäre schon gut. Aber wo und wer bezahlt das?»

Betrieb in drei Zonen

Sein Hof sei eigentlich typisch für den Kanton Luzern. Aber er gehöre mittlerweile zu den Kleinen. 14 Hektaren Grünland, ein Teil auf der zugepachteten Twärenegg in der Bergzone I. Dort weidet das Jungvieh im Sommer. In der Tal- und  der voralpinen Hügelzone liegt der Hauptbetrieb Allmend. Im Stall stehen 13 Braunviehkühe und ebenso viel Jungvieh.

Ein wichtiger Betriebszweig sind die 50 Muttersauen. «Viele konzentrieren sich auf einen Betriebszweig», bemerkt er. Denn die Arbeitsspitzen seien schon intensiv mit Milchkühen und wenn Sauen am Abferkeln seien. Doch Küng ist kein Mann der lauten Worte, eher ein stiller Schaffer, der aber weiss, was er will. Wie sieht seine ideale Kuh aus? «Die braune Kuh passt für mich. Sie muss ein Top-Euter haben und viel Format. Viele Kühe sind manchmal fast zu scharf. Ein gutes Fundament braucht es, um fit zu bleiben.»

Nach Gehalt bezahlt


Schon sein Vater hat Brown-Swiss-Stiere eingesetzt. Zu seinen aktuellen Favoriten zählt er Blooming. «Schon fünf Kuhkälber sind geboren – das gabs noch nie», sagt er mit einem zufriedenen Lachen. Biver und Fantastic habe er auch eingesetzt. Jetzt kommen auch gesexte Dosen zum Einsatz. Weniger wertvolle Kühe paart er mit Blauen Belgiern. Eine 100'000er-Kuh habe er noch keine gehabt. Aber seine Stammkuh Vanessa sei eine Anwärterin für eine Zuchtfamilie. Zu ihren vier Töchtern gehört Jongleur Jasmin, ebenfalls eine Eutersiegerin.

Vanessa weist im Schnitt 94 LP, 3,92% Fett und 3,53% Eiweiss aus. Etwas, das für Küng ebenfalls sehr wichtig ist. Denn die Milch, die in der Rottal-Käserei in Grosswangen zu Emmentaler und Spezialitäten verarbeitet wird, wird nach Gehalt bezahlt. Sein Betriebsschnitt beträgtr zurzeit 8700 kg bei 3,5% Eiweiss. Lohnt es sich noch, Milch zu produzieren? «Ich bin froh, dass der 2004 umgebaute Stall mehrheitlich amortisiert ist und dass ich keine Löhne bezahlen muss.»

Früh schneiden und gut heuen

Für den Anbau von Mais sind die Böden zu schwer. Aber da das Land teils sonnseitig und halbschattig gelegen ist, habe er immer junges Futter.
«Früh schneiden und gut heuen», so seine Devise. Bestes Heu braucht es auch für die Kälber, die, nach 3 bis 4 Monaten Milch abgetränkt, fressen müssen.

Die Hofnachfolge ist noch unsicher. Seine drei Töchter arbeiten ausserhalb der Landwirtschaft. Küng hat gelernt, nach vorne zu schauen: vor 16 Jahren starb seine Frau an Brustkrebs. Er stand alleine mit einem Hof und drei kleinen Kindern da. Unterstützt wurde er stets von seinem Bruder Toni, der hauptberuflich in der «Holzi» arbeitet.

An der Luzerner Braunviehschau sind 250 Tiere gemeldet, davon 50 Tiere aus den Zentralschweizer Kantonen. Die Rangierung beginnt um 9.30 Uhr auf dem Areal der Firma Kronospan in Menznau LU.

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