4.02.2014 18:37
Quelle: schweizerbauer.ch - Mara Simonetta
Braunvieh
Die «Originalen» holen gewaltig auf
Allen an der Sorexpo gezeigten OB-Kühen beschied Richter Stefan Hodel Top-Qualität. Den Kampf um die grossen Titel machten aber vier Kühe fast allein unter sich aus. Miss Sorexpo wurde Voeris Olympia.

Richter Stefan Hodel und Speaker Josef Portmann waren sich einig: Die Qualität der an der diesjährigen Sorexpo gezeigten Tiere war schlicht umwerfend: «Da sehen Sie, was das Original Schweizer Braunvieh für eine Zukunft hat», «Phänomenal», «Traumhaft», «Eine solche Selektion hätte man sich vor zehn Jahren nicht mal vorstellen können» – die beiden überboten sich beinahe in Superlativen. Und: die Schönsten der Schönen stammen fast ausnahmslos aus der Zentralschweiz.

Feine Knochen, gute Euter 

Die Original-Braunvieh-Rasse habe in den letzten zehn Jahren vor allem bezüglich Exterieur gewaltige Fortschritte gemacht, vor allem im Knochenbau. Dieser wurde immer feiner, was man vor allem an den Sprunggelenken merke, aber auch bezüglich Eutersitz seien die Originalen dem Schweizer Braunvieh auf den Fersen. Die Euter seien immer höher aufgehängt, wiesen eine immer bessere Breite und Ausdehnung bis zur Bauchwand und immer bessere Zitzenstellungen auf.

Der Verband der Original-Braunvieh-Züchter selber kann über ebenso grosse Fortschritte berichten, zählt er doch über 500 Mitglieder, im Herdebuch sind 17000 lebende Tiere eingetragen, davon 8500 Kühe, zur Zucht werden 400 OB-Stiere eingesetzt. So zeige sich die brillante Zukunft der Originalen nicht nur in der stetig verbesserten Genetik, sondern auch zahlenmässig im Verband.

Qualität wird vererbt

Beim nicht oft abgehaltenen, aber gemäss  Hodel sehr schönen Mutter-Tochter-Wettbewerb zeigte sich die Bedeutung der Genetik sehr gut. Das Augenmerk werde natürlich vor allem auf die Tochter gerichtet, betonte Stefan Hodel, denn in ihr zeige sich das Vererbungspotenzial der Mutter – wenn denn nicht beides hervorragende Einzeltiere sind. Denn auch als Individuen mit ihren individuellen Stärken müssen die beiden Tiere vor dem strengen Richterauge bestehen können.

Diese Auflagen am besten erfüllt haben Medor Medora und ihre Tochter Amrein’s Dom Delia aus dem Stall von David und Nicole Amrein aus Willisau LU. Beiden attestierte Hodel eine sehr gute Länge, ein sehr starkes Nacheuter und Zentralband und sehr gute Zitzen. «Wenn Sie ein solches Paar im Stall haben, freuen Sie sich jeden Morgen aufs Melken», lobte er.

Siegerqualitäten

Die Titel der Miss Top-Euter Senior, der Miss Genetik, den Kantonscup und schliesslich  der Miss Sorexpo 2014 machten mehr oder weniger vier Kühe unter sich aus, die bei diesen genannten Wettbewerben abwechslungsweise vorne standen: Es waren dies die  Miss Sorexpo 2013, Rino Roswita von René Stalder aus Hasle LU, die heuer Miss Genetik wurde und ihrem Besitzer auch zum Kantonscup verhalf, zusammen mit Stallkollegin Voeris Olympia und Dom Furka von Werner Roos, Beromünster LU.

Voeris Olympia fand man ebenfalls als Reserve-Miss Top-Euter-Senior und schliesslich auf dem Siegertreppchen als schönste in Zug gezeigte Original-Braunvieh-Kuh überhaupt, als Miss Sorexpo 2014. Reserve-Miss wurde Jubel Justa von Alois Marty aus Goldau SZ, die Olympia wiederum als  Miss Top-Euter-Senior schlagen konnte. 

Stefan Hodel betonte allerdings mehr als einmal die hauchdünne Entscheidung für die jeweilige Siegerin, und als er die 13 Finalistinnen um Miss Sorexpo 2014 vor sich hatte, attestierte er jeder einzelnen Kuh im Ring Siegerqualitäten, vor allem in der Euterbreite habe er 13 Siegerinnen vor sich. Den Ausschlag gäben lediglich feine Abweichungen und die Tatsache, dass die Siegerin einfach über ein perfektes Fundament verfüge.

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