12.07.2018 11:28
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Dürre mit Folgen für Kühe
In Teilen Deutschlands sorgt die anhaltende Trockenheit und Hitze zu grossen Ertragsausfällen bei den Ackerkulturen. Die Folgen dieser Hitzewelle wirken sich nun aber auch die Kuhhalter aus.

Die trockene Witterung lässt die Felder austrocknen. Die Dürre hat katastrophale Folgen für Ackerbauern, nun spüren auch Milchviehhalter die Folgen, wie NDR und die Neue Osnabrücker Zeitung berichten.

Winterfutter verfüttert

Bei den Milchbauern wird das Futter knapp. Auf den Weiden wächst kein Gras mehr, der Mais kümmert vor sich hin. Aufgrund der Trockenheit bleiben die Kühe im Stall, die Tiere müssen zugefüttert werden. Die Bauern verfüttern aus der Not Grassilage. Es handelt sich um den ersten Schnitt, der sonst für den Winter vorgesehen ist. Der zweite und dritte Schnitt falle durch die Trockenheit in diesem Jahr fast ganz aus, berichten Bauernverbände.

Andere kaufen Futter hinzu. Dies wirkt sich auf die Preise aus. Diese sind entsprechend gestiegen. So setzt sich ein Negativspirale in Gang. Die Futterkosten und damit die Ausgaben steigen, die Milchleistung und damit die Erlöse sinken. Die Produzentenpreise sind aber in Deutschland nur ein Prozent höher als vor einem Jahr. 

Kühe zum Schlachter

Deshalb beginnen einige Bauern damit, ihre Herden zu verkleinern. Laut Kirsten Wosnitza vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter geht es dabei um einzelne Tiere, die nicht so stabil sind und die ohnehin geschlachtet werden müssten. Deren Schlachtung werde nun vorgezogen, so Wosnitza zum «NDR». Dasselbe Phänomen ist gemäss «Osnabrücker Zeitung» auch in Dänemark zu beobachten «Wir haben wenig Futter, das immer teurer wird. Den Weidetieren muss bei den vertrockneten Koppeln zugefüttert werden», sagt Tage Hansen, Chef des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig in Dänemark. Deshalb werden nun Kühe zum Schlachter gebracht.

Saatgut knapp

Doch auch wenn sich nun eine längere Regenphase einstellen sollte, ist das Problem des knappen Futters nicht vom Tisch. Die Wiesen, auf denen die Kühe stehen, gingen kaputt und eine neue Aussaat sei nötig, erklärt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter. Doch das koste Zeit und Aufwand. Zudem ist laut Verband Saatgut knapp und deshalb teuer.

Das Wetter scheint den Bauern im Norden Deutschlands nicht gut gesinnt zu sein. In diesem Jahr macht ihnen die Dürre zu schaffen. Genau vor einem Jahr sorgten anhaltende Niederschläge für grosse Probleme.

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