15.09.2013 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Rudolf Haudenschild
Red Holstein
Ein neuer Rotfaktor wurde entdeckt
Obwohl der neu entdeckte Rotfaktor E+ ein anderes Gen ist als der bisher bekannte Rotfaktor, bleibt die Genexpression gleich.

Das US-amerikanische Fachmagazin «Red Bloodlines» berichtet über die Entdeckung eines neuen Rotfaktors in Labortests, nämlich einen Wildtyp, der nicht dem bisher bekannten  Rotfaktor entsprechen soll. Für den Züchter ändere sich aber nichts, da er in Kombination mit dem bekannten Rotfaktor sich an die mendelschen Gesetze halte.

Gene für Farbexpression

Wenn ein Holsteintier auf die Präsenz von Farbgenen getestet wird, sind vier mögliche Genvarianten bekannt:

  • die Variante dominant schwarz, neu ED genannt
  • Black-Red oder das Umfärbergen von Telstar   und seinen Nachfahren  Triple Threat, Astro Jet, Inspiration, Storm und Baxter,  als ETS gekennzeichnet
  • der bisherige, bestbekannte rezessive Rotfaktor, neu e
  • der  jetzt entdeckte Rotfaktor Wildtyp, als  E+ bezeichnet

Scarlet- und Cherry-Red

Der Ursprung des neuen Rotfaktors ist nicht bekannt. Während der bisherige Rotfaktor als Mutation verstanden wird, ist der Ursprung des wilden Rotfaktors noch nicht geklärt.  Wenn keine Mutation, zurückzuführen auf ein bestimmtes Tier, nachgewiesen werden kann, stellt der Schreibende  die Hypothese auf, dass dieses  rezessive Gen möglicherweise sogar bis zurück auf den roten, im 15. Jahrhundert ausgestorbenen  Auerochsen gehen könnte.

Sicher ist bisher, dass das Gen E+ durch die Kühe Stookey Fagin Scarlet-Red  EX 94 und die Milchkanone Cloverlands Skyler Cherry-Red und  ihre Nachkommen verbreitet wird.

Lawn Boy, Colt P, Ladd P

Die Genfrequenz wird aktuell in der Population durch den breiten Einsatz von Cherry-Blut über Mr. Burns und seine Söhne und  den roten Hornlosvererber Aggravation Lawn-Boy-Red (E+/e) und seinen Sohn Colt P und Grosssohn Ladd P und viele weitere Lawn-Boy-Söhne und -Töchter  in der Red-Holstein- und der Hornlosgenetik erhöht und weiterverbreitet. Obwohl E+ und e zwei verschiedene Gene sind, wirken sie sich gleich aus. Reinerbige Tiere, ob (E+/E+) oder (e/e), sind rot und bleiben rot. Auch gemischterbige Tiere mit den zwei unterschiedlichen Rotfaktoren (E+/e) werden rot geboren und bleiben rot. Sie dunkeln im Alter oft etwas nach (vgl. Bild).  Sie sind aber nicht zu verwechseln mit Umfärbern (ETS/ETS) oder Rotfaktorträgern mit Umfärbergen, die  zu 50 Prozent umfärben (ETS/E+) bzw. (ETS/e).

Einträge im Pedigree

Laut «Red Bloodlines» werden Tiere mit dem Rotfaktor E+ noch nicht als Red Carriers (RC) gelistet. Und E+ und ETS werde gleich behandelt mit dem Hinweis Black-Red (BR), obwohl die Hälfte Rotfaktorträger seien. Der US-amerikanische Holsteinzuchtverband habe sich nun an die Arbeit gemacht und lasse weitere Studien anstellen, um die ganze Registrierungspolitik zu überarbeiten.

VRC ist weiteres Kapitel

Über das VRC-Gen wird im Artikel nicht gesprochen.   Bekannt als  Rosabel-Effekt,   weil es auf die Kuh Surinam Sheik Rosabel und ihren Astro-Jet-Sohn Surinam Treasure zurückgeht, unterdrückt es das dominante Schwarz bereits heterozygot. Das VRC-Gen ist aktuell, weil damit beste schwarze Holsteinlinien zur Hälfte sofort rot werden. Der Genetiker Brian Van Dormaal ist überzeugt, dass das VRC-Gen kein Erbfehler ist, sondern eine stabile Mutation, die der RH-Zucht homozygot weiteren  Schwung bringt.

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