17.04.2019 11:26
Quelle: schweizerbauer.ch - Adrian Haldimann
Bern
«Ein Traum ging in Erfüllung»
Markus Gerber aus dem Berner Jura erfüllte sich seinen Lebenstraum. Heute hält er in einer Betriebsgemeinschaft (BG) 60 Milchkühe.

Der 47-jährige Markus Gerber aus Bellelay BE ist vor allem als Swissherdbook-Präsident, Schaurichter und neu auch als Nationalratskandidat bekannt.

Betriebsgemeinschaft

Seine Träume erfüllten sich in den vergangenen Jahren aber zu Hause. Die fünfköpfige Familie Gerber konnte 2016 den 55 ha LN grossen und arrondierten Betrieb auf 1088 mü.M. in der Bergzone 1 in Bellelay BE kaufen. Die Eltern von Markus kamen 1968 auf diesen Pachtbetrieb, seit 1999 war Markus dessen Pächter. 2018 wurde nun das Ökonomiegebäude abgerissen und am gleichen Standort ein neuer Freilaufstall mit 65 Kuhplätzen für die Red-Holstein- und Holsteinherde gebaut.

Alleine das Amt als Swissherdbook-Präsident verlangt von Gerber jährlich gegen 100 repräsentative Auftritte inkl. Sitzungen. Wegen dieser Aufgaben und dem Stallneubau suchte er nach einer neuen Lösung bei der Betriebsorganisation und fand sie bei David Scheidegger aus Le Fuet BE. Mit ihm gründete er im vergangenen Jahr eine Betriebsgemeinschaft (BG).

Erfolgreiche BG's besucht

«Für uns beide ist die BG ein Gewinn, weil immer ein gleichberechtigter Verantwortlicher auf dem Betrieb ist, wenn jemand von uns nicht zu Hause ist.» Mit einer konsequenten, gemeinsamen Nutzung der Maschinen und Gebäude liessen sich zudem Kosten einsparen. Gerber gibt einen Tipp an Betriebsleiter, die eine BG gründen wollen: «Wir besuchten mit unseren Ehefrauen im Voraus eine langjährige und erfolgreiche BG und stellten ihnen viele Fragen.»

Beim Stallbau überliess Gerber bezüglich Tierkomfort nichts dem Zufall. Mit dem Kuhsignale-Trainer Christoph Peter besuchte er Betriebe und baute nach neusten Tierwohlkriterien. «Vor allem für eine Lösung mit optimalem Stallklima half uns die Beratung viel», bestätigt Gerber. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Planung von Alex Gobeli aus Gstaad BE und den beauftragten Handwerkerfirmen war aber entscheidend zum Bauerfolg, betont Gerber.

Verkauf von Genetik

Ein wichtiger Betriebszweig ist der Verkauf von Zucht- und Nutztieren. Zukünftig sollen jährlich rund 30 Tiere verkauft werden. Gute Verkaufspreise sind auch einer der Gründe, weshalb Gerber auf seinem Graslandbetrieb vor allem auf die rote Holsteinkuh setzt. Nicht zuletzt wegen dem hohen Weideanteil züchtet Gerber eine mittelgrosse Holsteinkuh, die sich sehr gut bewegen kann.

Heute selektiert er die Stiere teils anders: «Früher beachtete ich den Gesamtzuchtwert kaum, heute spielt er eine wichtige Rolle. Auch den elektronischen Paarungsplan auf Redonline benutzen wir jetzt bei jeder Paarung.» Die aktuell eingesetzten Stiere heissen Crown, Aladdin, Escobar P, Lucky PP, Power, Nemo, Redfox, Brenaco, Score und Moemoney.

Tag der offenen Tür ist am 21. und 22. September 2019 jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Éroie – La Bottière

Gesamtfläche der BG: 105,2 ha; 84,2 ha LN, davon: 3,2 ha Ur-Dinkel; 26,5 ha Kunstwiese; 53,1 ha Naturwiese und Weiden. Der Anteil Ökofläche beträgt 12 Prozent. Pro Jahr werden 420'000 Kilo Milch in die Käserei Amstutz in Fornet-Dessous BE für die Tête-de-Moine-AOP-Produktion geliefert. Der Tierbestand setzt sich aus 60 Milchkühen, 80 Stück Jungvieh, 1 Freiberger Stute und 2 Ponys zusammen. Ausserhalb der BG baut Familie Scheidegger auf 1,4 ha Erdbeeren und Himbeeren an. Zudem hat sie 18,8 ha Wald und 2,2 ha unproduktive Fläche. hal


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