22.08.2014 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Monika Helfer
Freiburg
Eine komplette Kuh züchten
In der BG Papaux-Currat-Piller sind einige aktuelle Siegertiere eingestallt. Das Ziel der Landwirte ist es, eine komplette, typstarke Kuh mit sehr gutem Euter zu züchten. Jedes Jahr werden einige Embryotransfers durchgeführt.

Sie haben ein grosses Zuchtziel: Die Landwirte Alexandre Papaux und Philippe Currat sowie Benoit und Isabelle Piller wollen eine grossrahmige, typstarke Kuh mit sehr gutem Euter und guten Gliedmassen züchten. Ihnen sei  vor allem wichtig, dass die Kuh komplett sei. Es müsse nicht bloss eine extreme Kuh sein, sondern eine komplette, schöne und gesunde Kuh, sagen die Landwirte.  

Jedes Jahr werden einige Embryotransfers durchgeführt, die Embryonen werden dann in der Schweiz und in Europa verkauft. Im Jahr 2003 wurde ein 85 Meter langer Boxenlaufstall für 100 Kühe gebaut. 2004 haben sich Alexandre Papaux und Philippe Currat zusammengeschlossen, und 2013 wurde mit Benoît und Isabelle Piller die heutige Comex (BG) gegründet.

An Ausstellungen präsent

Die Comex nimmt regelmässig an nationalen und regionalen Ausstellungen teil. Auch an internationalen Wettbewerben wie den Europameisterschaften in Freiburg, Cremona, Brüssel und Oldenburg waren sie mit von der Partie. 2014 haben sie an der Swiss Expo mit Papaux Atwood Neptune den Titel der Reserve-Champion Junior gewonnen. An der Expo Bulle gewann sie ebenfalls den Junior-Champion-Titel.

Wahl der Stiere

In den vergangenen Jahren setzte die Comex die Stiere Fever, Goldwyn, Damion und Atwood ein. Heute werden Atwood, Sid, Dempsey, Golden Dreams und Seaver häufig gebraucht. Red-Holstein-Stiere kommen selten zum Einsatz und wenn, dann Armani, Big Apple, Debonair oder Hvezda. Genomische Stiere kommen wenig zum Einsatz. mh

Ihre Stallgefährtin Papaux Fever Noella wurde Reserve-Junior-Champion, und auch Holst. Papaux Sid Narnia war in der Endrunde mit dabei. Sie haben den Preis als bester Züchter und Aussteller gewonnen. Diesen holten sie an der Swiss Expo bereits 5 Mal, im Jahr 2003, 2010, 2012, 2013 und 2014. Zudem den Preis als beste Züchter an der Junior Bulle Expo 2008 und 2009.

Tiefe Kuhfamilien

Es gibt vier wichtige Kuhfamilien bei der Comex. Das ist zum einen die Linie der legendären Papaux Leader Rebeka EX 94, welche 2003 und 2004 die Swiss Expo sowie vier Mal die Expo Bulle gewann und dort auch dreimal Euter-Championne wurde. Als zweite Piller Igniter Tulipe EX 92, welche 2008 und 2009 einen Kategoriensieg von der Expo Bulle nach Hause gebracht hatte. An der Europaschau in Cremona wurde sie Vierte in ihrer Kategorie.

Die dritte Linie ist  Papaux Decker Ismea VG 88, welche 2009 und 2013 an der Swiss Expo einen Kategoriensieg holte und Zweite in der Kategorie in Cremona 2010 und Swiss Expo 2011 war. Und als Vierte die Papaux Damion Indiana EX 92, welche 2012 an der Swiss Expo ihre Kategorie dominierte. Indiana ist die Mutter der Schausiegerin Papaux Atwood Neptune, dem gegenwärtigen Aushängeschild des Betriebs. Das Ziel der  Comex Papaux-Currat-Piller wird so umschrieben: «Wir wollen nicht noch mehr Kühe halten, sondern einfach so weitermachen, wie es momentan ist.»

Heu für viel Format

Die Fütterung im Sommer besteht hauptsächlich aus Weidegras, ergänzt mit Dürrfutter. Die Kühe werden in einem Umtriebsweidesystem gehalten, wobei sie etwa alle fünf Tage die Weide wechseln, dazu je nach Leistung Kraftfutter. Die Winterfütterung besteht zu aus Heu und zu aus Emd, dazu Ausgleichs- und Leistungsfutter.

Die Schaukühe, welche an einer Ausstellung teilnehmen, werden ca. 50 Tage vor der Ausstellung separiert und bekommen dort eine leicht abgeänderte Ration. Die Comex hat ein Lieferrecht von 500'000 kg Gruyère-Milch, 230'000 kg Vacherin-Milch und 200'000 kg Industriemilch, welche zur Cremo geht. Der Stalldurchschnitt der Herde liegt bei 9'256 Litern Milch mit 3,98% Fett und 3,30% Eiweiss.

Betriebsspiegel

Die BG (Comex) in Les Ecasseys FR besteht aus Alexandre Papaux, Philippe Currat und Benoît und Isabelle Piller.
Tiere: Gesamthaft 340 Tiere, 120 Kühe, 160 Rinder und 60 Kälber. Ein Teil der Tiere ist zudem beim Vater von Benoît Piller in La Roche eingestallt.
115 ha NL, davon 1 ha Mais, der Rest ist Grünfläche. mh

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