2.10.2014 12:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Appenzell Ausserrhoden
Eine Vorliebe für das Braunvieh
Andreas Hohl ist neuer Viehschaupräsident. Er bringt ein grosses Interesse für die braune Kuh und Erfahrungen als Experte mit.

Nicht weit vom Hof von Eveline und Andreas Hohl grasen friedlich 48 braune Kühe. Sie nähern sich behutsam, als die beiden die Weide betreten. Nach kurzer Zeit werden weitere Tiere neugierig und wollen wissen, was auf ihrer Weide läuft. Diese Szene zeigt deutlich, wer bei Hohls im Mittelpunkt steht. «Wir sind begeistert von der braunen Kuh», sagen sie. «Eine solche Kuh anzuschauen, macht einfach Freude. Wir schätzen vor allem ihre Langlebigkeit und ihre gehaltvolle Milch. Auch ihre guten Klauen bringen viele Vorteile.»

Fan des Brauchtums

Kein Wunder also, hat sich Andreas Hohl zur Verfügung gestellt, als er angefragt wurde, ob er das Amt des Viehschaupräsidenten von Appenzell Ausserrhoden übernehme. «Wir mussten zwar in unserer Familie absprechen, ob das zeitlich überhaupt möglich ist, denn ich bin als Präsident doch ziemlich oft unterwegs», sagt Andreas Hohl. «Doch meine Familie unterstützt mich.» So wird Andreas Hohl nicht nur wie die vergangenen sechs Jahre als Experte unterwegs sein.

Als Präsident wird er sich noch intensiver um die Ausserrhoder Viehschauen kümmern. Er regt zum Beispiel an, dass die Wirtschaftlichkeit bei Viehschauen vermehrt bewertet werden sollte. «Gut ist auch, wenn möglichst viele Bauern einen Preis mit nach Hause nehmen können. Darauf ist jeder Landwirt stolz.» Sein Amt kommt ihm aber auch auf persönlicher Ebene entgegen, denn alle Familienmitglieder sind grosse Fans des Brauchtums. «Unsere Viehschau gehört für uns zu den Höhepunkten des Jahres», sagt er. «Wir ziehen immer sennisch auf und geniessen diesen Tag.»

Graslandbasiert füttern

Im Stall verfolgt Andreas Hohl keine Ziele hin zu einer möglichst hohen Milchleistung. Er setzt auf graslandbasierte Fütterung mit einem gezielten Kraftfuttereinsatz. «Trotzdem versuchen wir, eine im Exterieur starke Kuh mit guter Milchleistung zu züchten», betont er. «Vor allem ein gut aufgehängtes Euter ist uns wichtig.» Der Erfolg gibt ihrer Strategie Recht. Ihre Kühe erreichen einen Stalldurchschnitt von 8'000 Kilo Milch pro Jahr.

Eveline und Andreas fühlen sich in der Landwirtschaft richtig wohl. Sie führen ihren Milchwirtschaftsbetrieb auf der Höhi in Wald seit 2001. 48 Kühe sowie 40 Rinder und Kälber, 20 Mastkälber, 20 Schafe und verschiedene Geissen versorgen sie täglich.

BG gegründet

Wellness für die Kühe gibt es mit der Sprinkleranlage. Zudem werden sie einmal in der Woche gestriegelt und gewaschen. Zur 2001 gegründeten Betriebsgemeinschaft gehört aber auch der Betrieb von Andreas Hohls Bruder Hans und dessen Frau Irene Hohl. So bewirtschaften sie gemeinsam total 66 Hektaren Land.

Die Nachfolgeregelung ist für das noch junge Paar nicht mehr weit weg. Ihr Sohn Tobias absolviert nächstes Jahr die landwirtschaftliche Ausbildung. «Wir konnten den Betrieb von Vater Hans Hohl sehr früh übernehmen», sagen sie. «Zu einer frühen Übergabe sind auch wir bereit, denn wir wollen unserem Sohn Tobias die gleichen Möglichkeiten bieten, wie wir sie hatten.»

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