Freitag, 30. September 2022
23.07.2022 11:55
Viehzucht

Einmaliger Züchtererfolg

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Von: rh

Vier Kühe aus eigener Zucht in direkter Generationenfolge mit über 100’000 Kilo Lebensleistung durfte die Familie Ernst Ryf in Rumisberg BE kürzlich mit Freunden und Bekannten feiern.

Zusammen mit den Mitgliedern der Viehzuchtvereinigung Bipperamt, welche mit einem Treichleraufzug überraschten. Deren Präsident Ruedi Allenbach gratulierte Ryfs zu diesem ausserordentlichen züchterischen und betrieblichen Erfolg.

Dazu brauche es nicht nur Züchterglück, eine wiederkäuergerechte Fütterung und Haltung mit viel Tierwohl, sondern auch viel Herzblut und tägliches Engagement, schloss sich Adrian Aebersold aus Bollodingen BE im Namen der Viehzuchtvereinigung Oberaargau den Gratulanten zusammenfassend an.

40 Abkalbungen

Immerhin geht dieser Erfolg über vier Kuhgenerationen gute 30 Jahre und ziemlich genau 40 Abkalbungen der vier 100’000 Kilo-Kühe. Stefan Ryf stellte die vier Generationen Kühe vor und betonte immer wieder, dass sein Vater das solide Fundament Anfang der Siebzigerjahre mit besten Red-Holstein-Stieren wie Sir, Topper, Camille und dem Schweizer Jack-Sohn Ringo gelegt habe. Und seine Mutter Elda habe stets alle Kälber umsichtig mit viel Zuwendung getränkt.

(v.l.): Ruedi Allenbach überbrachte im Namen der VZV Bipperamt die Glückwünsche an die erfolgreichen Züchter Stefan und Ernst Ryf.
Ruedi Haudenschild

Simmentalerstier Kanis

Anfang der Neunzigerjahre sei wegen dem Fleischansatz Rückkreuzen zum Thema geworden, und so bilde der Simmentalerstier Kanis (Fez×Dolder) das Fundament der vier 100’000-Kilo-Kühe mit seiner Tochter Base aus Ringo Beatrix. Der Schweizerische KB-Verband habe Base in die gezielte Paarung (GP) genommen und einen Fleckviehstier anvisiert und angekauft. Base wurde später an Alfred Schüpbach nach Hasle-Rüegsau BE verkauft, wo diese in der 12. Laktation mit EX-91 linear bewertet worden sei und mit einer Lebensleistung von 116’000 Kilo in 14 Laktationen ihre Karriere beendete.

Zum Glück habe aber sein Vater Base als Rind mit dem Red-Holstein-Stier Ja-Bob Horizon angepaart. Aus Horizon Barbara VG-88 seien inklusive Embryotransfer 11 Töchter in Milch und vier Söhne geboren worden, darunter der letzte Stadel-Sohn Bilbao, der zu Swissgenetics ging und im Testeinsatz drei Töchter hinterliess mit über 95’000 Kilo Milch Lebensleistung. Horizon Barbara schloss ihre Karriere im Stall Ryf wie ihre Mutter mit über 116’000 Kilo Lebensleistung, jedoch schon in 10 Laktationen ab.

Vererbte Langlebigkeit

Ihre Stadel-Tochter Berna VG89 erreichte die magische Marke von 100000 Kilo ebenfalls in 10 Laktationen. Und deren Tochter Ryf’s Zeling Bernadette vom italienischen Vater September Zeling RC erreichte dieses Ziel bereits in 7 Laktationen (25,4 Liter Milch pro Lebenstag) und wird im August zum 8. Mal kalben. Die schwere, kalibrige Kuh mit viel Breite von vorne bis hinten auf sehr korrektem Fundament ist bloss VG-85 eingestuft, weil ihr sehr gebärfreudiges, weit abgezogenes Becken, mit der Einstufung F-74 nach dem geltenden LBE-Reglement eine höhere Gesamtnote verhindert. 

Sowohl Ernst und Stefan Ryf sind als erfahrene und erfolgreiche Züchter von Zucht- und Nutzvieh überzeugt, dass sich Langlebigkeit vererbt, wie das Beispiel in ihrem Betrieb zeigt, wo alle Kühe gleich behandelt werden und sich eine Kuhfamilie über 30 Jahre im Anbindestall, dann im Laufstall und seit 2014 mit Roboter dermassen wiederholt Tag für Tag durchsetze. Sie bedauern, dass diese Veranlagung und Resilienz in allen möglichen Stall- und Herdesituationen weltweit nicht genügend in die Zuchtwertschätzung einfliesse und heute fast nur noch Genomstiere eingesetzt würden, deren Mütter nicht selten noch gar nie gekalbt haben oder beim Einsatz schon gar nicht mehr lebten.

Und dies in einer Zeit, wo langlebige Kühe wegen ihrem kleineren CO2 -Abdruck finanziell gefördert werden sollen. Dies müsse doch die Zuchtverantwortlichen und Genomiker in der Schweiz und im Ausland in Zeiten des Klimawandels und der lauten Kritik an der Viehhaltung und der Milchproduktion jetzt erst recht anspornen, auch die Genorte für Langlebigkeit zu suchen und zu finden, sind sich Vater und Sohn einig. Die Lernstichprobe über viele 100000-Kilo-Kühe sei vorhanden

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