30.12.2018 14:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Neuseeland
Erfolg im Kampf gegen Tierseuche
Die Regierung in Neuseeland ist zuversichtlich, den bakteriellen Erreger Mycoplasma bovis in den Rinderherden ausrotten zu können. Es wäre das erste Land, dem das gelänge.

Die ansteckende Tierkrankheit war erstmals am 21. Juli 2017 in einem neuseeländischen Milchviehbetrieb nachgewiesen worden und hat sich danach von der Süd- auf die Nordinsel verbreitet. 

52'000 Rinder gekeult

Die Regierung beschloss daraufhin ein striktes Massnahmenprogramm mit Quarantäneauflagen und dem Test aller Milchkühe. Bisher mussten bereits mehr als 52'000 Rinder gekeult werden. Aktuell sind noch 32 Betriebe infiziert. Auf 51 Farmen konnte der Erreger ausgemerzt werden. Mittlerweile scheint das Land die Tierseuche in den Griff zu bekommen. Bei dem jüngsten Massentest von Milch aus 11'300 Betrieben wurden keine bisher unbekannten Fälle von Mycoplasma bovis entdeckt. 

„Wir haben Rückmeldungen von der Technischen Beratungsgruppe (TAG) erhalten, aus denen hervorgeht, dass die Ausrottungsmassnahmen beträchtliche Fortschritte machen“, berichtete Premierministerin Jacinda Ardern in der Woche vor Weihnachten. Landwirtschaftsminister Damian O´Connor zeigte sich aufgrund der vorliegenden Informationen zuversichtlich, dass „eine Ausrottung möglich ist und wir auf dem besten Weg sind, dies weltweit erstmals zu erreichen“. Allerdings seien immer noch Neuinfektionen möglich, weshalb die Wachsamkeit und Tests noch mehrere Jahre andauern müssten. 

Rückverfolgungssystem funktioniert besser

Zufrieden stellte der Minister fest, dass die Anmeldungen im System zur Rückverfolgung von Rinderbewegungen (NAIT) zuletzt um 20% zugenommen hätten und die zusätzlich eingestellten Mitarbeiter vertrauensvoll mit den Landwirten zusammenarbeiteten. Das unzureichende Funktionieren des NAIT wird als wesentlicher Grund für die Ausbreitung der Tierseuche gesehen. 

Die Regierung in Neuseeland hat für die Bekämpfung der Tierkrankheit in den Wirtschaftsjahren 2018/19 und 2019/20 insgesamt 444 Mio. NZD (294 Mio. Fr.) zur Verfügung gestellt. Bisher wurden an Rinderhalter 37 Mio. NZD (24,5 Mio. Fr.) an Entschädigungen ausgezahlt. weitere 7 Mio. NZ$ (4,6 Mio. Fr.) sollen laut O`Connor noch dieses Jahr folgen.

Die neuseeländische Milchwirtschaft gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes. 90 Prozent der Produktion werden ausser Landes verkauft. Auf den beiden Inseln leben rund 10 Millionen Rinder.

Mykoplasmen sind Erreger mit einem hohen Ansteckungspotential. Es sind die kleinsten, selbständig vermehrungsfähigen Bakterien. Häufig unbemerkt, verbreiten sich diese Erreger im Bestand, wobei sie - je  nach  Spezies - beim Rind die verschiedensten Krankheitsbilder auslösen, aber auch im Tier als Bestandteil der physiologischen Flora vorhanden sein können, ohne klinische Krankheitszeichen hervorzurufen.

Die wichtigsten Krankheitsbilder, die von diesem Erreger verursacht werden, sind 
• Pneumonien und Gelenksentzündungen bei Kälbern und Jungrindern
• Ohrentzündung bei Kälbern
• Endometritis und Abort bei der Kuh 
• Mastitis bei Kühen.

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