4.02.2017 12:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Luzern
Es wird immer enger
Ernst Sigrist hat Ende der 1970er-Jahre die ersten Holsteintiere gekauft. Er hat in bewährte amerikanisch Kuhfamilien investiert. Nun steht vor allem Jungvieh vor dem Verkauf. Am 9. Februar startet die Auktion in Brunegg.

Der Bildhintergrund auf dem Foto trügt. Nur ein Steinwurf neben der Scheune von Ernst Sigrist stehen neue Mehrfamilienhäuser mit gehobenem Ausbaustandard. Die immense Bautätigkeit, die dem Besucher augenfällig wird, ist nur ein Kennzeichen der attraktiven Luzerner Vorortgemeinde Meggen.  

Enger auch im Stall


Denn Meggen ist das Luzerner Steuerparadies mit dem tiefsten Unternehmersteuersatz. «Dort oben entsteht ein Golfplatz mit bester Seesicht. Dadurch habe ich Land verloren», sagt Sigrist und zeigt auf die Anhöhe. Vom Hof hangaufwärts verbleiben noch etwa 10 Hektaren Land, das zum Kreuzhof gehört. Es wird enger, um als Bauer weiter existieren zu können. Vor 50 Jahren zählte Meggen noch 22 Bauernhöfe, heute sind es noch 6.

Schon vor Jahren wollte Sigrist einen neuen Stall bauen. Doch es wollte noch nicht wirklich gelingen. Es wird eng für die rund 80 Tiere, die an verschiedenen Orten versorgt werden wollen. 250'000kg Milchlieferrecht in Form von Molkereimilch liefert er an die ZMP. «Der ausbezahlte Milchpreis von 49 Rappen ist nicht gerade ermutigend, um in die Milchproduktion zu investieren», gibt der 57-Jährige zu verstehen. Deshalb entschloss er sich vor einem Jahr, sich von einem Grossteil seiner Tiere, vor allem den Jungtieren, zu trennen.

10 bis 15 Kühe behalten

«Etwa 10 bis 15 Kühe behalte ich noch. Ich habe Holsteinblut in meinen Adern.» Vor über 30 Jahren hat er begonnen, statt der Braunviehkühe seines Vaters Holsteingenetik aus den USA in den Betrieb zu bringen. Gelegen kam das Embryonenprogramm von Swissgenetics. Ein Blick in den Katalog bringt klingende Namen zutage: Unter den 61 Tieren sind Nachkommen von Manager Roxy, der Halbschwester von Riedmüllers Blitz Colombe, zu finden. «Diese Familie zeichnet sich durch Leistung und sensationelle Inhaltsstoffe aus.» Sigrists Roxy VG 89, die CMV-frei war, leistete 9551 kg Milch mit 4,63% Fett und 3,52% Eiweiss. Aus ihr gibt es Numero-Uno-Töchter und davon Jungvieh von besten genomischen Topstieren wie Jedi, High Octane, Cashmoney oder Bradnick.

Aus der Sweet-Linie ist eine Doorman mit ITP 124 zu haben. «Bei mir stand die Vollschwester von Mandel-Sohn Merv», erinnert sich Sigrist. Neben den Roxys findet man klingende Namen in den Ahnenlisten: Tidy Brook Elton Steph, Snow N Denises Dellia oder Laurie Sheik. In neuerer Zeit tritt Gloryland Liberty Rae EX 95 in Erscheinung. Aus ihr ist eine direkte Goldwyn-Tochter, trächtig von Doorman, im Angebot. Von Kreuzhof Goldwyn Lyn gibt es eine Supershot-Tochter, mit 1515 ISET, die höchste in der Schweiz. Von GHH Goldwyn Frency werden Trächtigkeiten von Seaver versteigert. Sigrist betont: «Es gibt keine Mindestgebote, alles wird zugeschlagen.»

Mehr Direktverkauf


Mit einem Herdenschnitt von etwas über 8000 kg Milch gehört Sigrist nicht zu den Höchsten. «Ich nutze die gute Futtergrundlage und kaufe kein Energiefutter zu», unterstreicht er. Dass die Rinder weggegeben werden, tut auch Sohn Tobias weh. Im Herbst wird er trotz ungewisser Zukunftsaussichten die Lehre als Landwirt beginnen. «Die Lehrstellen für alle drei Jahre habe ich schon», sagt er stolz. Nun will sich der Betrieb noch mehr auf den Direktverkauf konzentrieren. Beeren, Kiwi sowie Kern- und Steinobst wurden schon bisher kultiviert.

Die Auktion

Der Herdenverkauf von Kreuzhof Holsteins  findet am Donnerstag, 9. Februar, ab 13.00 Uhr in der Vianco-Arena in Brunegg AG statt. Die Tiere können ab 10.00 Uhr besichtigt werden. Der Katalog mit den 61 Auktionslosen ist unter www.pr-cow-design.ch/kreuzhof.html aufgeschaltet. ral

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