27.08.2018 07:09
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Fälle von Milzbrand aufgetaucht
Im Südosten Frankreichs sind mehrere Nutztiere an Milzbrand gestorben. Der Ausbruch ist Medienberichten zufolge der heftigste der vergangenen 20 Jahre und betrifft bislang 28 Betriebe im Département Hautes-Alpes.

Seit Ende Juni sind mehr als 50 Rinder, Schafe und Pferde Opfer der Tierseuche geworden. Am 2. August hatte die Präfektin des Départements, Cécile Bigot-Dekeyzer, eine Impfpflicht für alle Rinder und Schafe in Gemeinden mit bestätigten Milzbrandfällen erlassen.

Verschiedene Zeitungen berichten allerdings von Problemen bei der Versorgung mit dem Vakzin, da der spanische Lieferant kurz vor der Schliessung stehe. Nach Angaben des Pariser Agrarressorts wird die Krankheit in bestimmten Regionen regelmässig festgestellt, tritt aber in der Regel nur sporadisch auf.

Die Zahl der Erkrankungen variiere üblicherweise im niedrigen einstelligen Bereich. Allerdings könne eine bestimmte Kombination von klimatischen und geologischen Bedingungen, wie in diesem Fall geschehen, zu einem gehäuften Auftreten führen. Die betroffenen Herden werden laut Ministerium entweder geimpft oder mit Antibiotika behandelt; ausserdem werde in Zusammenarbeit mit den Amtstierärzten eine Impfkampagne organisiert.

Die regionalen Behörden seien über die Situation informiert und beobachteten die Entwicklung. Milzbrand ist nach Angaben des Schweizer Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) weltweit verbreitet. Infiziert würden besonders Rinder und Schafe. Pferde und Ziegen seien seltener betroffen; Schweine und Menschen gelten laut BLV als wenig empfänglich.

Die Ansteckung erfolge meist über kontaminiertes Futter und Wasser. Das Erregerbakterium sei nicht sehr widerstandsfähig, aber die als Dauerformen gebildeten Sporen könnten jahrzehntelang im Boden überleben. Aus diesem Grund seien beispielsweise alte Wasenplätze, also Orte zur ausserordentlichen Tierkörperbeseitigung, ein bedeutendes Reservoir für den Erreger.

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