16.08.2017 13:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Thurgau
Fall Hefenhofen: Kühe geschlachtet
Anfang August war publik geworden, dass auf dem Hof eines Tierhalters in Hefenhofen TG in den vergangenen Monaten mehrere Pferde verendeten. In der Folge wurden 250 Tiere beschlagnahmt. Zwei Drittel der Kühe wurden geschlachtet.

Der Fall Hefenhofen hat die Gemüter in der Schweiz bewegt. Aufgrund schwerer Verstösse gegen das Tierschutzgesetz wurden rund 250 Tiere vom Veterinäramt des Kantons Thurgau beschlagnahmt. Die Pferde werden am Donnerstag in Schönbühl.

Aus wirtschaftlichen Gründen

Nebst den Pferden wurden auch rund 100 Schweine, 50 Rinder, ein Dutzend Schafe, drei Ziegen und einige Lamas beschlagnahmt. Erwin Kessler, Präsident des «Vereins gegen Tierfabriken» (VgT) wollte wissen, wie es den Tieren geht, berichtet «FM Today». «Kühe, Schweine, Schafe und Ziegen gingen zu einem Viehhändler. Dabei wurden sie auch auf ihre Verwendbarkeit geprüft und tierärztlich auf ihre Gesundheit abgeklärt», beantwortet der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig die Anfrage. Alle übrigen Tiere seien sofort zum Verkauf freigegeben worden

Einige Tiere sind aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert worden. Zwei Drittel der Kühe wurden gemäss Angaben des Kantonstierarztes aus wirtschaftlichen Gründen geschlachtet. Bei einem Drittel der Schweine war der gesundheitliche Zustand prekär. «Diese Schweine wurde der Schlachtung zugeführt, weil sie zum Beispiel unter Nabelbrüchen, Hodenbrüchen oder Krytorchismus litten», erklärte Witzig.

Ziegen und Schafe haben neuen Besitzer


Gemäss der «Schweizer Illustrierten» wurden die Ziegen von einer Tierschutzorganisation übernommen und die Schafe von einem Schafhalter. Die Lamas wurden von ehemaligen Besitzer erworben.

Anfang August war publik geworden, dass auf dem Hof eines Tierhalters in Hefenhofen TG in den letzten Monaten mehrere Pferde verendet waren. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand. Der Tierhalter wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen. Er ist zurzeit in einer fürsorgerischen Unterbringung.

Regierung räumt Fehler ein

Der Fall des Pferdehändlers von Hefenhofen beschäftigt den Kanton schon seit Jahren. Im Jahr 2013 war ein Tierhalteverbot mit einer Beschränkung auf 60 Pferde erlassen worden. Ein vom Veterinäramt gegen den Bauern verhängtes totales Tierhalteverbot war durch das Bundesgericht aus formellen Gründen nicht bestätigt worden.

Die Thurgauer Regierung räumte am Mittwoch Fehler im Umgang mit dem mutmasslichen Tierquäler ein. Ein Fall wie in Hefenhofen dürfe sich nicht wiederholen, sagte Schönholzer. Die Regierung bedaure diesen «extremen» Fall und werde mit Hilfe der Untersuchungskommission die Vorkommnisse schonungslos und systematisch analysieren. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE