9.04.2015 14:31
Quelle: schweizerbauer.ch - Monika Helfer
Holsteinzuchtverband
Frustriert über die Politik
Die Holsteinkühe gaben im abgelaufenen Geschäftsjahr des Zuchtverbandes 8'526 kg Milch. Diese lösten auf dem Markt derzeit aber keinen guten Preis. Das missfällt Verbandspräsident Andreas Hitz.

Am 2. April fand im Forum Freiburg in Granges-Paccot FR die Delegiertenversammlung (141 Delegierte) des Schweizerischen Holsteinzuchtverbandes statt. Präsident Andreas Hitz verwies auf den Milchmarkt, welcher sich im Frühjahr 2013 noch erfreulich entwickelt habe, was leider nicht lange angehalten habe.

Lage für Milchproduzenten ungemütlich

«Die Marktgesetze haben voll durchgeschlagen. Bei höheren Preisen wird mehr produziert, die verarbeiteten Produkte werden teurer, darauf sinkt der Konsum, die Lager wachsen, und die Produzentenpreise kommen unter Druck. Als dann am 15. Januar dieses Jahres auch noch die Wechselkursuntergrenze zum Euro durch die Nationalbank aufgehoben wurde, verschlechterte sich die Lage der Schweizer Milchproduzenten, ja der ganzen Milchwirtschaft nochmals drastisch», so Hitz.

Leider waren es nicht nur die Milcherlöseinbussen, welche die Landwirte einstecken mussten, sondern auch noch beträchtliche Kürzungen bei den Direktzahlungen, welche die AP 14–17 einforderte. Andreas Hitz hat sich wie folgt geäussert: «Über die Beschlüsse der Politik zur AP 14–17 bin ich enttäuscht und geradezu frustriert. Da sind vor allem die fehlenden Raufutterverzehrerbeiträge, die unseren Mitgliedern in der Kasse fehlen werden. Diese Direktzahlungen mit noch mehr ökologischen Leistungen kompensieren zu können, wird für die meisten milchproduzierenden Betriebe schwierig, wenn nicht sogar unmöglich werden. Macht es tatsächlich Sinn, immer mehr Fläche, die ohnehin in unserem Land schon stark begrenzt ist, zu extensivieren, um andererseits immer mehr Nahrungsmittel für die steigende Bevölkerungszahl zu importieren?» 

Importprodukte ein Dorn im Auge

Auch die Importprodukte sind Hitz ein Dorn im Auge, denn sie verdrängen so unsere einheimisch produzierten Produkte, die nach Schweizer Normen betreffend Ökologie, Tier- und Gewässerschutzvorschriften produziert werden.

«Ich frage mich ernsthaft, wie lange wir den Preisvergleich von unseren Produkten mit Euro- oder gar Weltmarktpreisen ertragen können.» Änderungen gäbe es nur, wenn die Kosten für Gebäude, Maschinen und vor allem Dienstleistungen drastisch gesenkt würden. 

Mehr Milch, weniger Fett

Gesamthaft sind im Herdebuch des Holsteinzuchtverbandes 115400 weibliche Tiere eingetragen. Die durchschnittliche Milchleistung stieg erneut um 100 kg auf 8'526 kg, hingegen ist der Fettgehalt um 0,05 Prozent gesunken, das Eiweiss blieb stabil. Die höchste Lebensleistung mit 158'418kg Milch erzielte Les Crosets Pikko Allegresse von der BG Ropraz-Piccand aus Farvagny FR. Mit 15'321kg Stalldurchschnitt ist Emil Schmid aus Baar ZG an der Spitze. Mit VG 87 wurde Du Prieuré Hvezda Brise D’Avry von Nicolas Jotterand aus Bière mit der Maximalnote in der ersten Laktation eingestuft.

Es wurden mehr Milchkontrollen durchgeführt, aber weniger Tiere linear beschrieben. Neu kann bei der Milchkontrolle auch ein Trächtigkeitstest durchgeführt werden. Fertalys kann 28 Tage nach der Besamung ein Ergebnis liefern. Die Holsteinzüchter können nun das ganze Jahr die Gesundheitsdaten der Kühe erfassen. Leider wurde das bisher zu wenig genutzt. 

Verbandsdirektor Direktor Pascal Monteleone wies die Züchter zudem darauf hin, dass Oliver Buchs neu im Aussendienst anzutreffen ist. Er erstellt unter anderem Paarungspläne.

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