26.01.2020 07:07
Quelle: schweizerbauer.ch - Christophe Notz, FiBL
Betriebsführung
Für gute Fruchtbarkeit im Milchviehstall
Probleme mit der Fruchtbarkeit sind die Abgangsursache Nummer eins bei Milchkühen. Seien es Tiere, die ihre Brunst nicht anzeigen, die trotz Brunst nicht aufnehmen oder die zwei Monate nach der Besamung wieder stierig werden.

Es werden viele Pülverchen und andere Wundermittel angeboten, um diese Problematiken in den Griff zu bekommen. Nur allzu gerne hätten die  Bauern im Stall ein Mittel, damit alles rund läuft mit der Fruchtbarkeit! Doch leider ist das eine Illusion.

Gerade das Fruchtbarkeitsgeschehen wird von so vielen Faktoren beeinflusst, dass es oft unmöglich ist, eine einzige Ursache für Fruchtbarkeitsstörungen zu eruieren. Eine Untersuchung von 1994 des Veterinärprofessors Lotthammer zeigt auf, dass in 40 Prozent der Fruchtbarkeitsstörungen die mangelnde Beobachtung der Tiere der Grund ist.

Die Fütterung ist mit 30 Prozent die zweitwichtigste Ursache und die Genetik mit 15 Prozent die drittwichtigste. Danach folgen mit 15 Prozent die Hygiene und mit 5 Prozent der Stall und die Haltung.

Man kann diese Studie kritisch hinterfragen, vor allem was den Einfluss der Haltung und des Stalles auf die Fruchtbarkeit betrifft. Dieser sollte einiges höher eingeschätzt werden, da Anbindeställe verhindern können, dass die Fruchtbarkeitssymptome rechtzeitig erkannt werden, und rutschige Böden in Laufställen können dazu führen, dass die Kühe ihr Brunstverhalten nicht ausleben können. Auch dunkle Ställe oder monatelang fehlendes Sonnenlicht im und um den Stall können negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben.

Wir müssen also unseren Milchkühen die Chance geben, dass sie uns ihre Brunstsymptome zeigen können, und wir sollten uns die Zeit zum Beobachten nehmen, damit wir die Signale unserer Tiere erkennen.

 

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