Freitag, 23. Juli 2021
15.06.2021 08:08
Forschung

Gift vom Ahornbaum kann in Kuhmilch gelangen

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: AgE

In der Milch von Kühen auf einer Weide mit einem Ahornbaum ist das Gift Hypoglycin A nachgewiesen worden, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) hatten gezielt danach gesucht, denn die Substanz kann beim Menschen und bei Tieren schwere Vergiftungserscheinungen auslösen. 

Hypoglycin A kommt in hohen Konzentrationen in unreifen Litschi-Früchten vor, aber auch in den Samen und Keimlingen verschiedener Ahornbäume, wie dem hierzulande verbreiteten Bergahorn.

„Ahornbäume sind weit verbreitet und die Weidehaltung von Kühen ist sehr beliebt. Insofern erschien es naheliegend, dass Kühe ähnlich wie Pferde Keimlinge oder Samen von Ahornbäumen fressen und so auch die Toxine des Ahornbaums aufnehmen können“, erläuterte Prof. Annette Zeyner vom MLU-Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften.

Es seien deshalb Milchproben aus Sammeltanks oder Abfüllstationen von Erzeugern in Norddeutschland mit einem speziellen Massenspektrometrie-Verfahren untersucht worden, das kleinste Mengen eines Stoffes nachweisen könne. Dabei sei Hypoglycin A nur in den Rohmilchproben des Betriebs gefunden worden, auf dessen Weide ein Ahornbaum gestanden habe, berichtete Zeyner.

Überrascht über Nachweis

Die Substanz habe mit 17 Mikrogramm beziehungsweise 69 Mikrogramm pro Liter Milch geringe und unterschiedliche Konzentrationen aufgewiesen.

Wenn man bedenke, dass auf der Weide nur ein einziger Baum stand und die Proben aus einem Sammeltank stammten, „war es für uns überraschend, überhaupt etwas nachweisen zu können“, so die Wissenschaftlerin.

Wie viel Gift braucht es?

„Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass Kühe das Gift offenbar aus Pflanzenteilen des Bergahorns aufnehmen und in ihre Milch übertragen“, erklärte Zeyner. Unklar sei jedoch, wie viel von dem Gift die Kühe aufnehmen müssten, damit nachweisbare Konzentrationen in die Milch gelangten.

Auch, ob die Substanz bei der standardmäßigen Behandlung von Milch und der weiteren Verarbeitung zu Lebensmitteln zerstört werde und ob die geringe Konzentration überhaupt ein Grund zur Besorgnis sei. Dies und Weiteres müsse nun in Folgestudien untersucht werden. 

Mehr zum Thema
Tiere

Seit Januar 2021 verfolgt die Identitas AG, wie lange die Schaf- und Ziegenhalterinnen und -halter für die Erfassung der Meldungen ihrer Tiere brauchen. - Identitas AG Kleinwiederkäuer müssen seit Januar…

Tiere

Für die Lammfleischerzeugung wird aufgrund erhöhter Schlachtgewichte sogar ein Plus von 3,0 % auf 495’000 t erwartet. - Agrarfoto Bessere Witterungsbedingungen haben in Australien zu einer Wiederbelebung der Schafhaltung geführt. Diese war…

Tiere

Um die Tiere zu schützen wurde die Alpzeit abgebrochen. - Pixabay Nach einem Wolfsangriff bei dem 16 Tiere getötet wurden und einer anhaltenden Wolfspräsenz, wurden in der Region Klosters GR…

Tiere

Im vergangenen Jahr kam es bei der Markierung von Schafen und Ziegen teilweise zu entzündlichen Reaktionen an den Ohren. - zvg Seit 2020 müssen Halterinnen und Halter Schafe und Ziegen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE