20.07.2018 17:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Graubünden
GR: Kühen droht Futtermangel
In vielen Regionen der Schweiz ist es viel zu trocken. So auch im Kanton Graubünden. Sollte es nicht bald ausgiebig regnen, droht ein Futtermangel. Die Bauern müssten Futter zukaufen oder Tiere schlachten. Der Bündner Bauernverband warnt vor Panikverkäufen.

Viele Wiesen im Kanton Graubünden leiden unter Wassermangel. Und auch der Mais spürt die Folgen des fehlenden Niederschlages. Die Folge: Das Gras wächst nicht mehr, die Heuerträge fallen entsprechen tief aus.

Wichtig als Futtervorrat für den Winter sei vor allem der Futtermais, sagt Thomas Roffler, Präsident des Bündner Bauernverbandes, zur «Südostschweiz. Sollte die Ernte gut ausfallen, beruhige sich die Lage in jenen Regionen, wo Mais angebaut werde. Dazu brauche es aber nun aber Regen.

Die Lage sei kritisch, betont hingegen Andrea Accola vom Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof gegenüber der «Südostschweiz». Noch bleibe zwar drei Monate Zeit für den Futterbau. Aber in den kommenden Tagen benötige es flächendeckenden Niederschlag. Sollten die Futtervorräte nicht genügend gross ausfallen, bleibe nichts anderes übrig, als Tiere zu schlachten, so Accola.

Den Verkauf von Tieren bringt auch Roffler ins Spiel. Als Alternative nennt er den Kauf von Raufutter. Doch beide Massnahmen haben finanzielle Auswirkungen für die Bauern. Der Kauf von Futter sind zusätzliche Ausgaben. «Führen die betroffenen Landwirte alle Tiere auf den Markt, bricht der Marktpreis zusammen», warnt aber Roffler. Er schlägt eine Mischung zwischen Schlachtung und Futterzukauf vor.  Die Bauern sollen zuerst ein wenig Raufutter zukaufen und anschliessend den Viehbestand, je nach Futtersituation, gestaffelt reduzieren. «Panikverkäufe sind zu verhindern», warnt er. Mit einer Zollsenkung für Futtermittel könne die finanzielle Situation ein wenig entschärft werden, erklärt Roffler gegenüber der «Südostschweiz».

Sandra Helfenstein, Mediensprecherin vom Schweizer Bauernverband, hingegen sagt, dass eine Beschaffung innerhalb der Schweiz möglich sei. «Die Futterernte im Frühling war ausgezeichnet. Es ist nicht überall so trocken wie in der Südostschweiz», hält sie fest. Eine Zollsenkung auf Futtermitteln sei kein Thema, macht sie deutlich.

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