14.06.2018 11:51
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Bulgarien
Grenzgänger-Kuh entgeht Todesstrafe
Eine Kuh aus Bulgarien graste Mitte Mai in Serbien. Laut EU-Regeln hätte das Tier deswegen getötet werden sollen. Jetzt darf sie doch leben, dank dem hartnäckigen Besitzer, einer Onlinepetition und Paul McCartney.

Mitte Mai bemerkte ein bulgarischer Hirte, dass ihm eine Kuh fehlte, schweizerbauer.ch berichtete. Wenige Tage nach dem Verschwinden des Tieres bekam der Bauer einen Anruf von der serbischen Polizei. Seine Kuh Penka grase in Serbien. Sie hätte die Grenze überquert. Anhand ihrer Ohrmarke konnte die Kuh identifiziert werden.

Der Landwirt dachte also, sich auf den Weg zu machen und das Tier wieder Heim zu holen. Bei seiner Rückkehr erlebte der Bauer an der Grenze aber eine böse Überraschung. Die ganze bulgarische Staatsmacht ging in Stellung, um die Rückkehr der ausgebüxten Kuh zu verhindern. Ein Tierarzt teilte das harte Urteil mit: Das trächtige Rind muss seinen Ausflug nach Serbien mit dem Leben bezahlen. Laut EU-Regeln ist die unkontrollierte Einfuhr von Vieh streng verboten. Bulgarien ist Mitglied der EU, Serbien verhandelt über den Beitritt.

Quarantäne statt heimische Wiese

Statt auf der Wiese landete die Kuh in Quarantäne. Doch der Landwirt kämpfte um seine Rechte und um die seiner Kuh. Er erhielt Unterstützung von Tierfreunden aus ganz Europa. «Wir können nicht erwarten, dass eine Kuh versteht, was EU ist und was nicht. Es ist ein Zwischenfall, der normal ist in einer Grenzregion», sagte Marina Iwanowa von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Ex-Beatles-Sänger Paul McCartney appellierte auf Twitter, die Kuh zu retten.

Gegen 30'000 Menschen unterzeichneten eine Onlinepetition wie der Tagesanzeiger schreibt. Nun hat die bulgarische Regierung die Ausreisser Kuh begnadigt. Die Staatsagentur für Lebensmittelsicherheit erklärte, Laboranalysen hätten tierärztliche Bedenken ausgeschlossen: Die Kuh leide weder an einer Blauzungenkrankheit noch an ansteckenden Hauterkrankungen. Ende Woche soll sie wieder zurück zu ihrem Besitzer gehen dürfen.


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