Montag, 28. November 2022
27.09.2022 09:41
Fütterung

Gutes Heu vor dem Weideaustrieb

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Von: sum

Um Blähungen vorzubeugen, sollte den Kühen vor der Weide Heu oder Mais gefüttert werden. Fehlt dieses, bleibt Lebertran

Wer grösstenteils im Herbst weiden lassen will, muss nun achtgeben, dass es nicht zu Pansenblähungen kommt. Auf den Herbstweiden nimmt der Kleeanteil zu und der Raigrasanteil ab.

Mit der Abnahme der Tageslänge gibt es mehr Tau, was teilweise sehr viel Feuchtigkeit ins Futter bringt. Zwischenfutter enthält sowieso sehr viel Wasser, was die Gefahr von Pansenblähungen nochmals steigert.

In kleinen Bläschen

Bei Blähungen wird das Gas, das die Mikroben bilden, im Pansen zurückgehalten. Entweder sammelt sich das Gas oben im Pansen an, kann dann aber nicht durch Rülpsen ausgeschieden werden, weil der Schlund verstopft ist oder die Pansenbewegungen gestoppt sind.

Oder das Gas bleibt in kleinen Bläschen im Panseninhalt gefangen, kann nicht aufsteigen und deshalb auch nicht ausgerülpst werden. Dies ist die schaumige Gärung, die viel häufiger vorkommt, oft mehrere Tiere gleichzeitig betrifft und problematischer ist.

Hastiges Fressen

Die Bildung von stabilen Bläschen wird durch sehr feine Futterpartikel, die vor allem aus dem Proteinabbau stammen, gefördert. Solche fallen in höherer Menge beim Abbau von viel Klee im Herbstgras oder im Herbstzwischenfutter wie Rübsen an. Junge, strukturarme Pflanzenbestände sind dabei generell risikoreicher. Der Speichel der Rinder enthält schaumbrechende Inhaltsstoffe. Das heisst eine geringere Einspeichelung – wie es bei hastigem Fressen oder auch bei nassem Futter der Fall ist – steigert das Blährisiko.

Eine Pansenblähung kann zum Tod führen, wenn ein sofortiger Eingriff ausbleibt. Deshalb sind vorbeugende Massnahmen unumgänglich. Die bekannteste ist Lebertran. Tran besteht aus Fett, enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Jod, Phosphor, Vitamin E und relativ viel Vitamin A und D. Die Omega-3-Fettsäuren und der Vitaminschub sind willkommene Nebeneffekte.

Mühsames Einschütten

Obschon Tran ein gutes Hausmittel ist, ist die Verabreichung mühsam. Er muss er übers Futter geleert oder eingeschüttet werden. Eine Alternative ist Tran in fester Form in Handelsfutter. Dieses enthält oft weitere Stoffe, die etwa die Kotkonsistenz verbessern. Bei viel Grünfutter koten die Kühe oft dünn. Herbstgras mit viel Wasser, schnell fermentierbarem Rohprotein und kaum Struktur erhöht die Passagerate.

In die gleiche Richtung zielt die Ergänzung des Grases mit Maissilage, Luzerne oder gutem Heu. Auch Zusatzstoffe wie Tannine können die Wirkung des Blähschutzes unterstützen.

Im Notfall Tierarzt

Bei einer noch nicht weit fortgeschrittenen Blähung kann die Bewegung der Tiere das Rülpsen fördern. Man kann sie auch vorne höher stellen oder die Speichelproduktion stimulieren, indem man einen Holzknebel quer durchs Maul legt. Eine Schlundsonde hat bei schaumiger Blähung oft keine direkte Wirkung, bietet aber die Möglichkeit, Blähmittel wie Lebertran zu verabreichen.

Ist die Blähung akut lebensbedrohlich, bleibt nur noch der Pansenstich mit einem Trokar oder, weil dieser bei schaumiger Gärung oft nicht hilft, ein Pansenschnitt. Beide sollten, ausser bei absoluten Notfällen, dem Tierarzt überlassen werden, der die Wunde anschliessend ohnehin versorgen muss. sum

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