7.09.2018 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Alpsommer
«Hatten einen guten Sommer»
Am Mittwoch war Alpabfahrt für Martha und Ueli Grossen von der Engstligenalp BE. Wie viele andere Älpler hatten sie trotz Trockenheit einen guten Alpsommer 2018. Allerdings musste die Armee vielerorts Wasser hochfliegen. -> Mit Video

Überall in der Schweiz ziehen Älpler und Bauern mit ihrem Vieh ins Tal. Heute Mittwoch ist der Tag des Abschieds auch für Martha und Ueli Grossen auf der Engstligenalp gekommen.

«Wir hatten einen guten Sommer», blickt Ueli Grossen auf die letzten elf Wochen zurück, die er mit 48 Stück Vieh, davon 27 Kühe, im Berner Oberland auf knapp 2000 Metern Höhe verbracht hat. Martha Grossen hat die Milch verkäst, das Älplerpaar betrieb eine Besenbeiz und Direktverkauf. «Von der Trockenheit haben wir kaum etwas gespürt», sagt Ueli Grossen, «wie waren heuer sogar eine Woche länger z Berg als sonst.»

Wasser per Helikopter

Auf vielen Alpen konnte das Vieh hingegen nur dank der Armee durchgehend gesömmert werden. Allein im August hat sie Alpwirtschaften mit Helikoptern mit 1343,6 Tonnen Wasser und Material zum Tränken der Tiere  versorgt. 

Martin Jutzeler vom Inforama Berner Oberland bestätigt, dass auch einige Berner Alpen aus der Luft mit Wasser versorgt worden seien: «Da und dort gab es Wasserknappheit.» Auch sei der zweite Aufwuchs teilweise nicht gut ausgefallen: «Damit war für die Tiere, die vom Oberstafel zurückkehrten, weniger Futter vorhanden als in anderen Jahren. Grundsätzlich fällt die Alpzeit auf den Berner Oberländer Sömmerungsbetrieben aber nicht oder nur unwesentlich kürzer aus  als normal.»

Teils verfrühter Alpabtug

Im Kanton Graubünden war die Situation gemäss Töni Gujan vom Plantahof nicht überall gleich angespannt: «Tiefer gelegene, exponierte Alpen, die  früh auf einen zweiten Aufwuchs angewiesen waren, litten am meisten unter der Trockenheit. Einzelne Alpen müssen deshalb 10 bis 14 Tage früher entladen werden.»

Mehrheitlich dauere die Saison noch bis Mitte September. «Es kann jedoch schon jetzt gesagt werden, dass die meisten Alpen einen guten Sommer hatten und dass die Tageszunahmen und die Milchleistung auf vielen Alpen gut bis sehr gut waren.»

Laut Adrian Arnold vom landwirtschaftlichen Beratungsdienst ist die Alpsaison im Kanton Uri doch noch zufriedenstellend verlaufen. «Die Niederschläge im August konnten viel gutmachen. So gab es ein gutes letztes Drittel der Alpzeit. Die Alpabfahrten finden wie normal statt.» Darüber seien viele Bauern im Tal froh, «denn nun konnte auf den trockenheitsgeschädigten Parzellen noch etwas nachwachsen.»

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