24.04.2013 09:08
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
AP 2017
Hürden für graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion sind hoch
Das freiwillige Programm zur graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF) schreibt im Tal 80% Gras- und 90% Grundfutter vor. Diese Limiten sind aber für viele Milchproduzenten unerfüllbar.

200 Franken pro Hektare Grünland soll es für die Teilnahme am Programm zur graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF) geben. Das heisst es im Entwurf zur neuen Direktzahlungsverordnung, der gegenwärtig in der Vernehmlassung ist. Wer teilnehmen will, muss seinen Raufutterverzehrern in der Jahresration mindestens 90% Grundfutter füttern. Dazu gehört auch Mais. Weiter muss die Jahresration im Talgebiet zu mindestens 80% und im Berggebiet zu mindestens 90% aus Wiesen- und Weidefutter bestehen.

Bei silofreier Fütterung eher möglich

Offen ist, wie viele Bauern diese Anforderungen erfüllen können oder wollen. Laut Hansueli Rüegsegger von der UFA liegt der Anteil Maissilage in einer Mischration für Milchkühe in der Regel bei 20 bis 35%: «Für viele dieser Betriebe ist eine Teilnahme am GMF-Programm kaum realistisch.» Wer silofrei füttere, werde die Vorgaben eher erfüllen können.

Eine Studie von Agroscope und dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat die Fütterung jener Milchviehbetriebe mit untersucht, deren Buchhaltung von Agroscope  ausgewertet wird. Wie die Auswertung zeigt, füttern in der Talzone rund die Hälfte dieser Bauern  schon heute über 80% Gras. Je höher die Betriebe liegen, desto graslastiger wird die Ration. Kombinierte Milch-Ackerbau-Betriebe kommen demgegenüber auf einen Grasanteil in der Ration von im Schnitt 62%.

Bei Mutterkühen einfacher

Auch Mutterkuh Schweiz hat 2012 eine Fütterungsumfrage bei 500 Mitgliedsbetrieben durchgeführt. Adrian Iten von Mutterkuh Schweiz: «In der Tal- und der Hügelzone füttern gut 80% der Betriebe ihren Kühen und Kälbern heute schon mehr als 80% Gras. In den Bergzonen erfüllen gut 90% unserer Mitglieder die höhere Limite von 90% Gras.» Weiter habe sich gezeigt, dass der Kraftfutteranteil in den meisten Fällen unter 10% liege, so Iten. «Gesamtschweizerisch rechnen wir damit, dass 85% der Mutterkuhhalter derzeit ohne Anpassungen bei GMF mitmachen könnten.»

Beiträge nur Fr. 200.-

Ausschlaggebend für die Beteiligung an GMF ist auch die Höhe der Beiträge. Laut Rahel Schelbert vom BLW wurde die Beitragshöhe von 300 auf 200 Franken pro Hektare Grünfläche reduziert. Der Grund für diese Korrektur sind die Auswertungen der Buchhaltungsdaten: «Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass viele Betriebe die Anforderungen schon erfüllen. Da das Budget fix ist, mussten wir entsprechend den Beitragsansatz reduzieren.»

Definition Grund- und Kraftfutter

Zum Grundfutter zählen Gras (frisch, siliert, getrocknet), Ganzpflanzenmais (frisch, siliert, getrocknet), CCM (nur in der Rindviehmast), Futter- und Zuckerrüben, Zuckerrübenschnitzel (frisch, siliert, getrocknet), Rübenblätter, Chicorée-Wurzeln, Kartoffeln, Abgang aus der Obst- und Gemüseverwertung, Biertreber (frisch) oder verfüttertes Stroh. Alle nicht als Grundfutter geltenden Futtermittel fallen in die Kategorie Kraftfutter.

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