30.03.2013 07:17
Quelle: schweizerbauer.ch - Interview: Samuel Krähenbühl
Swissherdbook
«Ich will im Interesse aller handeln»
Markus Gerber ist nach dem Rückzug von Albert Bachmann einziger Kandidat für das Präsidium von Swissherdbook. Der Meisterlandwirt aus dem Berner Jura ist perfekt zweisprachig.

«Schweizer Bauer»: Warum wollen Sie Präsident von Swissherdbook werden?
Markus Gerber: Ich habe seit meiner Jugend Interesse an der Viehzucht und  konnte in diversen Ämtern Erfahrung sammeln. Das Amt als Swissherdbook-Präsident reizt mich, weil man Brücken zu den anderen Rassen schlagen, aber auch Führungserfahrung einbringen kann.

Sie können sowohl schriftlich wie mündlich perfekt deutsch und französisch kommunizieren. Welche Fähigkeiten bringen Sie sonst noch mit?
Ich bin kommunikativ. Als Gemeindepräsident von Saicourt kann ich meine Führungsqualitäten unter Beweis stellen.

Sie waren Präsident des Red-Holstein-Komitees. Können Sie auch die Interessen der anderen Rassen vertreten?
Ja, sicher. Als Präsident der Fachkommission Red Holstein habe ich bewiesen, dass ich rassenübergreifend zusammenarbeiten kann. So konnten wir zum Beispiel in enger Zusammenarbeit den Blutanteil von Red Holstein auf 87% erhöhen. Als Präsident der Kommission Genetik hatte ich bei den Stierenklassierungen von Swissgenetics auch einen Einblick in die Genetik der anderen Rassen. Schlussendlich zeigt mir mein Amt als Gemeindepräsident, dass man nicht Einzelinteressen voranstellen darf, sondern im Interesse aller handeln muss.

Im Kanton Bern ist der Erhalt der Beständeschauen ein grosses Thema. Welche Bedeutung hat die kantonale Beurteilung für Sie in Zukunft?
Innerhalb des Kantons Bern spielt die kantonale Beurteilung eine sehr  wichtige Rolle. Wie bei anderen Dienstleistungen von Swissherdbook gilt auch hier der Grundsatz, dass eine Dienstleistung  selbsttragend sein muss und nicht von anderen Dienstleistungen quersubventioniert werden darf. Swissherdbook wird aber die Dienstleistung sicher aufrecht erhalten und auch unterstützen, wenn sie von einem grossen Teil der Mitglieder nachgefragt wird.

Die Tierzucht ist politisch herausgefordert. Welche Folgen sehen Sie durch die AP 2017?
Im Allgemeinen gehören die Milchviehbetriebe zu den grossen Verlierern. Das führt bei den reinen Milchrassen tendenziell zu einer Vergrösserung der Betriebe. Die Zweinutzungsrassen können sich wegen ihrer Vielseitigkeit vermutlich vermehrt profilieren. 

Zur Person

Beruf: Meisterlandwirt
Alter: 41
Familie: Verheiratet mit Frau Regula, 2 Töchter und 1 Sohn
Betrieb: Käsereimilchbetrieb (Tête de moine) in Bellelay
Fläche: 54,8 ha LN
Kulturen: 3 ha UrDinkel, Wiese- und Weideland
Viehbestand: 30  Kühe und 40 Stück Jungvieh der Rassen Red Holstein und Holstein

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