13.08.2017 06:07
Quelle: schweizerbauer.ch - Interview: Samuel Krähenbühl
Braunvieh
«IGBS-Schau war etwas vom Schönsten»
An der Swiss Classic 2015 wurde Andrea Furrer aus Hasle LU zur Braunviehkönigin gewählt. An der nächsten Swiss Classic am 2. Dezember übergibt sie ihre Krone an ihre Nachfolgerin, die dort gewählt wird.

«Schweizer Bauer»: Am 27. November 2015 wurden Sie zur Braunviehkönigin gewählt. Was war Ihr schönstes Erlebnis seither?
Andrea Furrer: Sicher die Wahl selber. Dieser Moment, als ich gemerkt habe, wie viele Menschen hinter mir stehen, war wunderbar. Auch die Gratulationen waren schön. Ich hatte  fast nur schöne Erlebnisse. Die Fachmesse Tier und Technik mit der IGBS-Schau dieses Jahr war etwas vom Schönsten. Ich kannte alle Leute schon recht gut und konnte es wirklich geniessen. Damals kam ich nach Hause und sagte zu meiner Mutter, dass ich den Job vermissen werde.

Gab es auch weniger schöne Momente?
Am Anfang hat mich beschäftigt, dass über mich geredet wurde und zwar teilweise auch Dinge, die überhaupt nicht wahr waren. Damit hatte ich am Anfang ziemlich zu kämpfen.

Wie viele Einsätze hatten Sie?
Von September bis April war ich im Schnitt sicher jedes zweite Wochenende als Braunviehkönigin im Einsatz. Ich habe es nicht genau gezählt. Aber es waren etwa 70 Einsätze. Teilweise war ich dann auch mehrere Tage im Einsatz, so an der IGBS.

Hat Ihr Agronomiestudium  nie darunter gelitten?
Doch, manchmal schon. Gerade im letzten Herbst habe ich es schon gemerkt, dass ich viel gefehlt habe. Ich habe auch versucht, immer zu gehen, wenn ich angefragt worden bin.

Haben Sie etwas verdient als Braunviehkönigin oder zumindest Spesen erhalten?
Ja, Spesen – also namentlich Fahrspesen – wurden eigentlich immer vergütet. Und etwas verdient habe ich schon auch. Meistens habe ich das Geld wieder selber für Viehausstellungen ausgegeben, wenn ich meine eigenen Rinder stylen liess.

Sie sind OK-Mitglied der Swiss Classic. War das eine Verpflichtung der Wahl?
Nein, das war es nicht. Meine Vorvorgängerin Barbara Rohrer ist vor zwei Jahren hineingerutscht, weil Karl Häckis Stall abgebrannt ist und er ausfiel. Weil sich dieses Modell bewährt hat, bin ich hineingerutscht.

Was ist Ihre Aufgabe?
In erster Linie bin ich dazu da, die neuen Kandidatinnen zu unterstützen, bei Fragen zur Verfügung zu stehen und sie auch an Anlässe zu begleiten. Dann mache ich auch die Interviews mit den Kandidatinnen für den «Schweizer Bauer».

Was geben Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg?
Sie soll sich selber bleiben, sich für niemanden verstellen. Und sie soll ihre Ziele weiterverfolgen, wie sie sich diese gestellt hat. Und sie soll es geniessen.

Was haben Sie für Zukunftspläne?
Zunächst will ich 2019 mein Agronomiestudium beenden. Was ich danach mache, ist offen. Sicher ist: Ich werde in der Landwirtschaft arbeiten.

Zur Person

Die 22-jährige Andrea Furrer wuchs auf einem Milchwirtschaftsbetrieb in der Bergzone 1 in Hasle LU  auf. Ihr Bruder züchtet auf dem 18-Hektar-Betrieb 15 Kühe und 15 Stück Jungvieh der Rasse Braunvieh. Nach dem Gymnasium machte sie ein Landwirtschaftspraktikum und begann 2016 ihr Studium an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) in Zollikofen BE. Am GP von Sargans 2012 packte sie das Viehzuchtfieber so richtig. Der Europachampiontitel des von ihrem Bruder gezüchteten Rinds Jongleur Jonamala 2012  bedeutete ihr viel. Jonamala – damals für den Betrieb Pfulg angetreten – steht jetzt wieder bei Furrers.

Zur Wahl der neuen Braunviehkönigin

Andrea Furrer gibt ihr Amt als Braunviehkönigin am 2. Dezember im Rahmen der Swiss Classic ab. Aus den eingegangenen Bewerbungen wurden fünf Finalistinnen ausgewählt. Vor der Wahl müssen sie ihre Fachkompetenz und Beziehung zum Braunvieh unter Beweis stellen, bevor das Publikum dann zur Wahl schreitet und die neue Königin kürt.

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