26.07.2015 15:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Zürich
Im Melkstand weht ein frischer Wind
Vor dreizehn Jahren hat sich Hans-Peter Weiss aus Zwillikon ZH dazu entschlossen, sein Stallklima zu verbessern. Seither ist er überzeugt von seinem System. Gemeinsam mit seinem Viehbestand trotzt er der Sommerhitze.

Im Melkstand auf dem Betrieb Weiss geht es ruhig zu und her. Es ist zwar warm wie zurzeit wohl überall, aber den Kühen und auch dem Melker weht ein frischer Wind um die Nase. Die Tiere kommen auch bei hohen Temperaturen gerne in den Melkstand. Dies war aber nicht immer so.

«Früher hatten wir im Sommer immer eine stehende Luft im Stall», sagt Hans-Peter Weiss. Es sei immer ein Kampf gewesen,  die Tiere in den Melkstand zu treiben. Die warmen Tierkörper, die zum Melken dicht beieinanderstehen, hätten die ohnehin warme Luft zusätzlich aufgeheizt.

Gutes Melkstandklima

Im Jahr 2000 wurde der Laufstall mit dem grossen Luftvolumen gebaut. Zwei Jahre später folgte in Zusammenarbeit mit der B+M Haus- und Agrotech AG der Einbau zweier Ventilatoren. «Die Ventilatoren wurden über den Liegeboxen angebracht und blasen die Luft in Richtung Melkstand», erklärt Weiss. Im Stall und im Melkstand herrscht dadurch ein angenehmes Klima. In den Sommermonaten sind zudem die grossen Schiebetore des Stalles vollständig geöffnet und sorgen so für genügend Luftaustausch.

In seinem Kuhstall setzt Weiss ausserdem auf eine Kuhdusche, die er selber gebaut hat. «Die Sprinkleranlage läuft bei extrem hohen Temperaturen Tag und Nacht», sagt Weiss. Die Anlage wird mit relativ hohem Druck und kaltem Wasser betrieben. Die Herde, die sich aus den drei Rassen Holstein, Red Holstein und Braunvieh zusammensetzt, sucht die Dusche regelmässig auf. Einziger Nachteil sei manchmal das Gedränge um einen Platz unter der Dusche, so Weiss. Bisher konnte der Stalldurchschnitt von 9000 Litern Milchleistung trotz den Temperaturen gehalten werden.

Richtig isolieren

Auf dem 43-ha-Betrieb wurde auch beim Bau des Abkalbe- und Kälberstalls auf ein möglichst optimales Klima geachtet. «Beide Ställe sind mit 50er- Sandwichplatten gebaut worden.» Dadurch wird eine gute Isolation gewährleistet. «Im Sommer sind sie hitzebeständig, und im Winter bildet sich kein Kondenswasser», lobt Weiss.

Für die Kühe  und auch die Kälber herrscht unter den Sandwichplatten auch ohne weitere Massnahmen wie beispielsweise ein Ventilator ein angenehmes Klima. Vor allem die Kälber, die früher in Iglus gehalten wurden, würden nun vom deutlich besseren Klima profitieren.

Ein dritter Ventilator

In Sachen Hitzemanagement überlegt sich Weiss, noch einen dritten Ventilator bei der Fressachse im grossen Laufstall zu installieren um den Luftaustausch in diesem Bereich zu optimieren. Und bei der Betriebsführung betont er: «Grösser werden ist für mich kein Ziel, höchstens besser.» Der Betrieb hat die Standbeine Milchwirtschaft und Viehhandel. Hans-Peter Weiss führt den Betrieb zusammen mit seinem Sohn Roman und einem Lehrling

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