11.01.2014 09:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Milchvieh
Imposant und vielseitig: Der neue Plantahof-Stall
Am Plantahof ist ein Laufstall für 74 laktierende Kühe in drei Herden, Galtkühe, Aufzucht- und Masttiere entstanden. Er genügt nicht nur höchsten Ansprüchen an den Kuhkomfort, sondern auch jenen an die Ausbildung.

Auf der Wiese neben dem Plantahof ist ein gigantisches Bauwerk entstanden. 83m lang, 60m breit und 17m hoch ist den neue Stall der landwirtschaftlichen Schule in Landquart GR. «Es wurde Zeit, dass er endlich steht», blickt Carl Brandenburger, Leiter des Gutsbetriebs, auf die zehnjährige Planungsphase zurück.

«Unser alter Anbindestall genügt den Anforderungen an einen Ausbildungsbetrieb nicht mehr. Die Schüler haben zu Hause immer häufiger Laufställe, bei uns sollen sie lernen können, wie man die Kühe in einem solchen hält.»

Schulzimmer im Stall

Diese Vorgabe kann der neue Stall erfüllen. Dafür sorgen unter anderem zwei Schulungsräume links und rechts des Melkzentrums. Im einen können die Computerauswertungen des Herdenmanagers per Beamer übertragen werden. Im anderen können etwa Styling- oder Klauenpflegekurse abgehalten werden. Die Kühe dafür gelangen per Selektionstor direkt zu den Schülern.

«Wir haben auch den Warteraum des Melkstandes gross genug geplant, damit wir in ihm ebenfalls Schulungen abhalten können», zeigt Brandenburger den Bereich, in dem schon der automatische Vortrieb installiert ist. Wer die Kühe nur betrachten will, soll zwischen den beiden Flügeln, inmitten der Laufhöfe, einen kleinen Park mit Sitzgelegenheiten vorfinden. Natürlich bietet die Galerie auch einen Blick von oben auf die Kühe.

Gummi- und Betonböden

Diese, so viel steht fest, werden sich im neuen Stall ebenso wohlfühlen wie die Menschen. Im einen Flügel bieten Fressachse und zwei Reihen wandständige Liegeboxen Platz für 74 laktierende Kühe, zusätzlich sind in diesem Stallbereich die Abkalbeboxen untergebracht. Die Böden entlang der Fressachse sind mit Gummimatten belegt, die zwischen den Liegeboxen aus Besenstrichbeton. In den Laufhöfen, die zwischen den beiden Stallflügeln liegen, wurden Betonspalten verbaut.

«Ein Teil der Liegeboxen liegt eher geschützt, ein Teil ist Sonne und Wind stärker ausgesetzt», zeigt Brandenburger. «Es wird interessant sein zu beobachten, wo die Tiere liegen.» In den Boxen wird ein Gemisch aus Güllefeststoffen, Stroh und Kalk eingestreut. Die Feststoffe werden mit dem Separator von der Gülle abgeschieden. Für die stehen 2200m3 Lager zur Verfügung.

Leistungs-, Raufutter- und eine Original-Braunvieh-Herde

Eine zusätzliche Kaverne wird mit 250m3 Gebrauchswasser gefüllt. «So brauchen wir zum Abspritzen der Böden und des Melkstandes kein Trinkwasser», erklärt Brandenburger, während er den Melkstand zeigt, ein 28er-Side-by-Side von DeLaval mit Abnahmeautomatik und Milchmengenmessung.

Da der Plantahof die Kühe in die Leistungs-, die Raufutter- und eine Original-Braunvieh-Herde unterteilt hat, werden auch Fress- und Liegebereich in drei Abteile geteilt. Zwei bieten Platz für je 29, eines für 16 Kühe. In den beiden grösseren Abteilen stehen Kraftfutterstationen. Das erstaunt, erhalten doch die Kühe der Raufutterherde kein solches. Brandenburger dazu: «Mit der Station haben wir die Möglichkeit, Graswürfel zu füttern und den Verzehr pro Kuh zu erheben.» Zusätzlich würden die beiden Stationen den Stall flexibel nutzbar machen. «Und darauf haben wir bei der Planung  – die ein Generalunternehmer machte – grossen Wert gelegt.»

Flexibel nutzbar

Die Flexibilität zeigt sich auch beim zweiten Stallflügel, in dem Galtkühe, Rinder, Mastmuni und Kälber untergebracht sein werden. Während die Galtkühe und Rinder Liegeboxen zur Verfügung haben, liegen die Mastmuni und die Kälber auf Tiefstreu. Auch sie haben Auslauf mit Blick auf den Calanda. Das Stallabteil der Kälber ist abgetrennt, damit das Klima an ihre Bedürfnisse angepasst werden kann.

Getränkt werden die Kälber mit Vollmilch ab dem Automaten, auch Aufzuchtfutter gibts computergesteuert.
Noch sind die Stationen nicht in Betrieb. Geplant ist, dass das Vieh im Februar einzieht. Am 4. und 5. April 2014 kann der Stall dann am Tag der offenen Tür besichtigt werden.

Die nach Süden ausgerichteten Dachflächen wurden an einen Solarstromanlagenbetreiber vermietet. Die Anlage hat eine Leistung von rund 170 KWp. Dies entspricht einem Stromverbrauch von 50 bis 60 Haushalten pro Jahr.

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