4.08.2020 18:30
Quelle: schweizerbauer.ch - rup/hal
Viehzucht
IVF-Technologie bei Swissgenetics
In Ins BE will Swissgenetics in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Unternehmen Bovitec eine IVF-Station aufbauen.

Wer in der Genetik schneller vorankommen wollte, setzte bis anhin auf den herkömmlichen Embryotransfer. Nun tut sich eine Türe auf. Der Vorstand von Swissgenetics hat entschieden, in Ins BE eine Station für die In-vitro-Fertilisation (IVF) aufzubauen. Dem Vernehmen nach soll der Entscheid einstimmig gefällt worden sein.

«IVF unumgänglich»

Für Ulrich Witschi, Vize-Direktor und IVF-Projektleiter, ist klar: «Wenn Swissgenetics langfristig Schweizer Stiere entwickeln und international vermarkten will, ist die IVF-Technologie unumgänglich.» Er sieht die Vorteile insbesondere in der Anzahl Anpaarungskombinationen, die steigt. «Jede Eizelle kann so mit einem anderen Stier befruchtet werden.»

Noch nicht diskutiert

Doch was sagt die Milchbranche dazu? IVF sei bisher nicht zur Diskussion gestanden, sagt Stefan Kohler, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch (BOM). «Falls die IVF-Zuchttechnik in der BOM zum Thema wird, müsste überprüft werden, ob sie mit den Bestimmungen des grünen Teppichs vereinbar wäre.» Ausschliessen könne er zukünftige Diskussionen zu diesem Thema nicht, so Kohler.

Das ist IVF

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) handelt es sich um ein Verfahren zur Embryoproduktion. Beim Rind werden die Eizellen vom Eierstock entnommen, anschliessend im Labor gereift und einen Tag später dort mit Tiefgefriersperma des vom Landwirt ausgewählten Stieres befruchtet. Bei erfolgreicher Befruchtung entwickeln sich die Embryonen innerhalb einer Woche. 

Wie beim konventionellen Embryotransfer können diese direkt auf Empfängertiere übertragen oder für die spätere Verwendung in Flüssigstickstoff eingefroren werden. Im Gegensatz zur herkömmlichen Embryoproduktion können Rinder jünger und bis zum dritten Trächtigkeitsmonat gespült werden.

Mehr über das IVF-Projekt, was die Zuchtverbände, die Schweizer Milchproduzenten (SMP) und der Schweizer Bauernverband (SBV) dazu sagen, lesen Sie am Mittwoch, 5. August 2020, im «Schweizer Bauer».

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