12.03.2016 17:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans-Peter Widmer
Aargau
Junge Kräfte im Vorstand
Die Aargauische Vereinigung integriert produzierender Bäuerinnen und Bauern hat den Vorstand vorsorglich ergänzt.

Die Bestätigungswahlen finden erst in einem Jahr statt, aber weil sich Rücktritte abzeichnen, ergänzten die Aargauer IP-Bauern an ihrer Generalversammlung in Windisch  AG den Vorstand vorsorglich um drei junge Kräfte: Regina Stutz, gelernte Bankfachfrau mit Maturabschluss und Bäuerin aus Islisberg, sowie die Meisterlandwirte David Götschmann aus Strengelbach und Benjamin Wüst aus Habsburg.

Das Image pflegen

«Früher war unser Hauptziel, weitere IP-Produzenten zu gewinnen, heute bemühen wir uns vor allem, den Konsumenten die Qualität der IP-Produkte zu zeigen», erklärte Geschäftsführer Alfred Vogt. Deswegen traten die Aargauer IP-Produzenten letztes Jahr so oft wie möglich an der «Front» auf: in Migros-Filialen, an der Aargauer Messe in Aarau und an der regionalen Gewerbeausstellung in Wohlen. «Der Handel hat unsere Bemühungen begriffen», konstatierte Präsident Werner Frey.

Die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und der strukturell bedingte leichte Rückgang auf 1234 Mitglieder führten zu einem Rechnungsdefizit von 1258 Franken. Das neue Budget sieht ebenfalls einen  Fehlbetrag vor, doch verkraftet das Vereinsvermögen von 40000 Franken die Mehrausgabe vorläufig. IP-Suisse-Geschäftsführer Niklaus Hofer erklärte in einem Grusswort, Untersuchungen auf 80 IP-Betrieben hätten eine 40-prozentige Verbesserung der Biodiversität bestätigt. Die integrierte Produktion werde dieses Jahr auf 130 Hektaren Hafer und neu auf den Karottenanbau erweitert.

Farmer-Erlebnisse

Im zweiten Teil der Versammlung berichteten die inzwischen auf einen Bauernhof im aargauischen Villigen zurückgekehrten Olga und Cornelius Ohnemus über ihre Erlebnisse als Farmer in Afrika. Sie wanderten 1988 zuerst nach Johannesburg und Port Elisabeth aus und landeten schliesslich in Namibia, wo sie durch Vermittlung der Regierung 30000 Hektaren Land erwarben und neben ein paar Pferden rund 400 Rinder, 600 Schafe und über 1000 Wildtiere (Springböcke, Oryxantilopen, Elenantilopen) hielten.

Trotz Dürren und Überschwemmungen brachten sie die Doppelfarm auf einen grünen Zweig – bis sie auf einer Enteignungsliste landeten, die ihre Existenz bedrohte. Sie bekamen auch andere staatliche Willkürmassnahmen sowie die ansteigende Kriminalität zu spüren, was sie schliesslich veranlasste, das Feld zu räumen. Ihre Schilderungen lösten eine angeregte Diskussion aus. Auf die Frage, wie sie sich jetzt fühlten, antwortete das Paar: «nicht glücklicher, aber sicherer».

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