3.07.2018 06:47
Quelle: schweizerbauer.ch - ral/lid
Graubünden
Keine Hornkühe mehr auf Alp
In der Bündner Gemeinde Tamins dürfen nur noch Kühe ohne Hörner auf die Alp, berichtet die Bauernzeitung. Damit sollen Verletzungen im Warteraum vor dem Melkstand verhindert werden.

Die Alpgenossenschaft Tamins hat per Mehrheitsentscheid beschlossen, dass heuer keine Hornkühe mehr gesömmert werden dürfen. Die Landwirte befürchten, dass sich behornte Kühe im engen Warteraum vor dem Melkstand verletzten könnten.

In der Zeitung Südostschweiz erschien daraufhin ein Leserbrief eines besorgten Bürgers, der den Entscheid gegen Hornkühe als rechtlich fraglich kritisierte. Im Gesetz über das Alp- und Weidwesen der Gemeinde Tamins werde kein Unterschied zwischen Kühen mit und ohne Horn gemacht, betont der Leserbriefschreiber. Ob eine Kuh gesömmert werden dürfe, hänge vielmehr davon ab, ob sie mit auf Gemeindegebiet geerntetem Futter gewintert worden sei.

Daniel Roffler, selber Alpmeister für das Jungvieh und die Mutterkühe, muss eine seiner Kühe im Tal lassen. Noch letztes Jahr waren mehrere behornte Tiere auf der Alp.  Doch wie vielerorts seien  diese halt in der  Minderzahl,  deshalb sei man zu diesem Entscheid gekommen, heisst es auf Anfrage von "Schweizer Bauer". «Einem Mehrheitsbeschluss muss man sich beugen», sagt Roffler.


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