10.12.2018 12:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Keine Tötung neugeborener Kälber
Die dänischen Rinderhalter wollen auf die seit langem angeprangerte Tötung unerwünschter Kälber verzichten.

Der Vorsitzende des Dachverbandes der dänischen Land- und Ernährungswirtschaft (L&F), Martin Merrild, kritisierte vergangene Woche gegenüber der Zeitung Jyllands-Posten, dass jedes Jahr in dem skandinavischen Land mehr als 23'000 männliche Jerseykälber kurz nach der Geburt getötet würden, weil sich die Mast dieser Tiere nicht rechne. Diese Praxis müsse gestoppt werden. 

Die Zuwachsraten von Bullen des Jersey-Rindes fallen in der Mast deutlich niedriger aus als bei anderen Rassen. Die Tiere brauchen länger bis zur Mastreife und erreichen längst nicht die Endgewichte anderer Rinderrassen. Deshalb wird aus ökonomischer Sicht derzeit oft von der Mast der männlichen Jerseykälber abgesehen. 

Zunehmend regt sich aber auch im Berufsstand Widerstand gegen die Tötung der Bullenkälber aus wirtschaftlichen Gründen. In einer kürzlich vom Dachverband und den dänischen Molkereien unterzeichneten Vereinbarung wurde festgelegt, dass ab dem 1. Januar 2019 „die systematische Tötung“ von Kälbern in Biobetrieben untersagt ist. Diese Regelung betrifft allerdings nur rund 700 Tiere pro Jahr. Eine ähnliche Selbstverpflichtung für konventionell gehaltene Kälber ist jedoch schon in Arbeit und soll ebenfalls noch 2019 wirksam werden.

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