Sonntag, 29. November 2020
16.11.2020 17:15
Viehzucht

King Doc-Töchter funktionieren in Stall und Schauring

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Von: rup

Aus dem Stall des US-Unternehmens Select Sires stammt mit King Doc ein Stier, der Kühe mit viel Milch in den Schauring bringt. Neben ihm stehen bereits vielversprechende Nachkommen im Genetikangebot.

Viele Stiere schaffen es nicht: Die Kombination von vorzüglichem Exterieur mit einem hohen Gesamtzuchtwert. Doch es gibt sie. Bestes Beispiel dafür: Der US-Holstein Stier Woodcrest King Doc.

Zuchtwerte klettern hoch

Sein Debüt als töchtergetesterer Stier gab King Doc letzten April. Und je mehr Töchter in seinen Zuchtwert flossen, desto mehr stieg dieser. Nach dem weltweit wichtigsten Zuchtwert, dem amerikanischen TPI, notierte er noch im Dezember 2019 2588 Punkte (0 Töchter). Im April stieg er auf 2690 TPI (99 Töchter) und sein aktueller August-Zuchtwert liegt bei 2755 TPI (498 Töchter).

Viele Stärken, kaum Schwächen

Damit platziert sich King Doc auf Platz 16 der nachzuchtgeprüften Stiere nach TPI. Doch was ihn einzigartig macht ist sein Exterieur. Er weist für den US-Exterieurzuchtwert PTAT 3.32 Punkte auf. Zum Vergleich: In den GTPI-Top-20 ist der zweithöchste PTAT-Stier Totem mit einem Zuchtwert von 1,81. Auch in der Schweiz kombiniert King Doc 1444 ISET mit 142 ITP. Auch die Euternote ist mit 133 hoch. Zu den Stärken im Vererbungsprofil zählen die hohe Leistung (+2270kg Milch) oder die breite Hintereuteraufhängung (135). Er macht Kühe mit viel Brustbreite (123) viel Körpertiefe (120) und soliden Becken. Dazu trägt er die wertvolle Kappa-Kasein-Variante BB und somit auch für Käserei-Betriebe interessant. Bei der Anpaarung sind die leicht negativen Milchgehalte  (-0,13% Fett, -0,03% Eiweiss) sowie die etwas engere Zitzenverteilung zu beachten.

Spezielle Abstammung

King Doc ist ein Sohn von Morningview Kingboy. Mütterlicherseits geht er über eine zweijährig VG-88 eingestufte Mack-Tochter auf die Kuhfamilie von Scientific Debutante Rae zurück. Gemäss Urs Wichser von Select Star waren gerade Schauzüchter bei Mack im Pedigree anfangs vorsichtig: «Sein Vater, der Shamrock-Sohn Mack, war hierzulande nicht bekannt und Schauzüchter waren eher skeptisch. Für Produktionsbetriebe hingegen machte er gemäss seinem damaligen Vererbungsprofil zu grosse Kühe». Doch bald sah es ganz anders aus. «Er hat dann sehr schicke Rinder gemacht, die in Kanada auf Schauen gewannen.» So wurde seine Popularität stetig grösser.

Jede Dose verkauft

Select Star bietet von King Doc gesexte und konventionelle Dosen an. Der Stier gehört der US-KB-Station Select Sires. «Jede Dose, die er dort produziert, wird verkauft», weiss Wichser. Eine besondere King Doc-Tochter steht bei Siemers Holstein in Wisconsin, USA:  Siemers King Doc Hanan 28286. Die in der 1. Laktation VG-88 eingestufte Kuh ist die Mutter des Alvarez-Sohns Hanley (1458 ISET, 150 ITP, 139 Euter) im Angebot von Selectstar. «Bei Siemers erzählte man mir, dass sie seit Jahren keine Kuh mehr hatten, die dermassen mit den Zahlen und zugleich dem Exterieur überzeugte.»

Jungstiere mit King-Doc-Blut 

In die Fusstapfen seines Vaters könnte der King Doc-Sohn Arrow aus dem Angebot von Swissgenetics treten. Er bietet 1475 ISET kombiniert mit 141 ITP und einer Euternote von 139. ABS bietet mit Radar einen anderen King Doc-Sohn an, der in den USA der 2517 GTPI mit 2,80 PTAT verbindet. Die LGC-SA hat mit Deejay einen vielversprechenden Discjockey-Jungstier aus einer King Doc-Mutter lanciert.

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