16.08.2020 08:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/mge
Deutschland
Klimafreundlichere Weidewirtschaft
Mit modernster Messtechnik wollen Forscher vom ökologischen Versuchsgut Lindhof (D) der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Weidewirtschaft in Zukunft noch klimafreundlicher gestalten.

Nach Angaben des Kieler Landwirtschaftsministeriums sind auf dem Versuchsgut seit Juli zwei vom Land finanzierte Eddy-Kovarianz-Messstationen im Einsatz. Sie erfassen mit Hilfe von sensorischer Infrarot- und Ultraschallmessung eine Vielzahl an Luftwirbeln zwischen der Landoberfläche und der Atmosphäre. Dadurch ist es laut Agrarressort möglich, die Emissionen auf einer Kuhweide in Echtzeit und dreidimensional abzubilden.

„Der Methanausstoß von Kühen auf der Weide ist vor allem deshalb schwierig zu messen, weil er stark von Futteraufnahme, Stoffwechselparametern sowie von der Bewegung der Kühe abhängt und somit auch stark zwischen einzelnen Kühen schwanken kann. Aus diesem Grund werden die Methanemissionen der Milchkühe eines Weidesystems bisher in der internationalen Literatur in der Regel vereinfacht anhand von Faustzahlen geschätzt“, erklärte Forschungskoordinator Dr. Ralf Loges.

Mit den neuen Eddy-Kovarianz-Stationen könne der Methanausstoß nun deutlich genauer und in hoher zeitlicher Auflösung bestimmt werden. Ziel sei es, die Methanemissionen direkt mit der Qualität des aufgenommenen Futters und der Milchleistung auf der Weide zu verknüpfen, um so Ansätze zukünftiger Grünlandmischungen für eine klimafreundliche Milcherzeugung aufzuzeigen.

„Jetzt wissen wir genau, was auf der Weide passiert“, stellte der Deutsche Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht vergangene Woche beim Besuch des Versuchsguts fest. Nach seiner Darstellung wird das Messverfahren dazu beitragen, klimafreundliche Weidesysteme im Land wieder deutlich zu stärken. Dafür brauche man umfassende Daten über die Energieeffizienz und Treibhausgaseinsparungen bei diesen Haltungsformen, um die Leistungen der Bauern entsprechend honorieren zu können, so Albrecht.

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