Montag, 5. Dezember 2022
07.11.2022 10:30
Forschung

Kühe: Methanausstoss geringer als 1892

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Von: mgt

Zwei Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) haben den Methanausstoss von Nutztieren in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts mit heutigen Werten verglichen. Das Ergebnis überraschte: Seit 2003 sind die Methanemissionen geringer als 1892.

Methan ist als Treibhausgas für die Erderwärmung mitverantwortlich. Ein Grossteil der Emissionen entstehen durch den Menschen, dabei entfällt ein erheblicher Anteil auf die Landwirtschaft und besonders die Nutztierhaltung.

Emissionen senken

Deutschland verfolgt in seinem Klimaschutzgesetz das Ziel, bis 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Dafür müssen die Emissionen aller Bereiche bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Die Methanemissionen, die im Zuge der Verdauung durch Nutztiere entstehen, müssten bis 2030 demnach auf 853’000 Tonnen (2020: 927’000 Tonnen) gesenkt werden.

Während wir heute die aktuellen Methanemissionen von Nutztieren recht genau kennen, wissen wir relativ wenig über Situation im 19. Jahrhundert, wo der Beginn der Erderwärmung bereits nachweisbar ist. Das haben Björn Kuhla und Gunther Viereck vom FBN zum Anlass genommen, zu schauen, ob es möglich ist, eine datenbasierte Aussage über die Methanemissionen von Nutztieren im Deutschen Kaiserreich zu treffen und sie mit heutigen Werten vergleichbar zu machen.

Klimaziele erreichbar

«Wir haben die Daten der deutschlandweiten Viehzählungen der Jahre 1872, 1883 und 1892 ausgewertet. Aus den Körpergewichten konnten wir die Futteraufnahme berechnen. In anderen Quellen fanden wir Angaben zur Fütterung und zur Fleisch- und Milchproduktion im 19. Jahrhundert», sagte Kuhla. Mit diesen Informationen war die Berechnung des Methanausstosses mit Hilfe von standardisierten Schätzgleichungen möglich.

«Dabei wurden auch die territorialen Veränderungen seit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 berücksichtigt», erläuterte Kuhla. «Dabei haben wir erstaunt festgestellt, dass die Methanemissionen aus der Verdauung von Nutztieren in Deutschland seit dem Jahre 2003 geringer sind als im Jahr 1892. Unsere Studie zeigt, dass die von der Regierung angestrebten Klimaziele im Nutztierbereich in greifbarer Nähe sind», führte der Wissenschaftler aus.

Abnahme der Tierzahlen

Die jährlichen Methanemissionen aus der Viehhaltung betrugen 1883 898’000 Tonnen und 1892 ganze 1’060’000 Tonnen. Das Emissionsziel von 853’000 Tonnen für 2030 liegt damit 207’000 Tonnen unter dem Emissionsniveau von 1892. Seit 2003 stossen die Viehbestände in Deutschland im Vergleich zu 1892 sogar weniger Methan aus als 1892. Von 1990 bis 2021 gingen die Methanemissionen aus der Verdauung von Nutztieren um 390’000 Tonnen auf 930’000 Tonnen zurück.

Einen Grund dafür sehen die beiden Forscher in der starken Abnahme der Tierzahlen bei Rindern, Schafen und Ziegen. Obwohl die Bevölkerung auf dem heutigen Gebiet Deutschlands mit damals rund 34 Millionen Menschen in den letzten 130 Jahren auf 84 Millionen deutlich gewachsen ist, konnte ihre Versorgung dank der höheren Leistung der Tiere und einer hohen Effizienz in der Tierhaltung mit einer geringeren Anzahl an Tieren gewährleistet werden, was mit einem Rückgang der Methanemissionen einherging.

So wurden im Jahr 1892 insgesamt 12,45 Millionen «Kühe und sonstige Rinder», 8,93 Millionen Schafe, 2,53 Millionen Ziegen und 2,33 Millionen Pferde statistisch erfasst. In Deutschland werden derzeit 11 Millionen Rinder, 1,5 Millionen Schafe, 140.000 Ziegen und 1,3 Millionen Pferde gehalten.

Weniger Schweine halten

Lösungsansätze für eine weitere erfolgreiche Senkung der Methanemissionen sehen die Forschenden am FBN vor allem in der Schweinehaltung. Zwar produzieren Schweine relativ wenig Methan, andererseits wird jedes fünfte Schwein in Deutschland nicht für die Ernährung der Bevölkerung gebraucht. Eine Reduzierung der Bestände um 20 Prozent würde 5’000 Tonnen Methan pro Jahr sparen.

Hinzu kämen Einsparungen von mehreren tausend Tonnen Kohlendioxid – ebenfalls ein schädliches Treibhausgas – im Zusammenhang mit dem Import von Sojafutter. Da Soja auch für die menschliche Ernährung geeignet ist, würde ein verringerter Einsatz als Futtermittel die Konkurrenz zwischen Trog und Teller verkleinern.

Auch bei den Rindern gibt es Möglichkeiten, die Methanemissionen zu verringern. Der Selbstversorgungsgrad mit Milch beträgt in Deutschland 112 Prozent. Eine Reduzierung der Bestände würde weder die Ernährungssicherheit gefährden noch Ernährungsgewohnheiten in Frage stellen. Auch die Fütterung mit regional verfügbarer Biomasse, die für die menschliche Ernährung nicht geeignet ist, würde Emissionen durch den wegfallenden Futterimport reduzieren, ohne dabei in Nahrungskonkurrenz zum Menschen zu stehen.

«Wir beobachten in Afrika, Asien und Südamerika einen starken Anstieg der Bevölkerungszahlen und parallel dazu der Nutztierbestände und ihrer Methanemissionen», so Kuhla. «Gleichzeitig weisen Kühe, Schafe und Ziegen in diesen Regionen die geringste Effektivität bei der Produktion von Nahrungsmitteln auf. Durch eine Verbesserung der Effizienz liessen sich auch in diesen Regionen die Tierzahlen und die Emissionen reduzieren und die regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln tierischer Herkunft gewährleisten», hielt er fest.

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13 Responses

    1. Vor allem die linken Ideologen produzieren den grössten Mist. Wollen alle mitschuldig machen, damit niemand für den Schlamassel die Verantwortung übernehmen muss (aktuelles Beispiel: Impf-Lüge).
      Nicht CO2 oder Methan ist gefährlich, sondern die falschen Ideologien der Menschen! Wenn das nur Mist wäre, könnte man es als Dünger brauchen („Mist ist des Bauern List“), aber es ist gefährliches Gift („toxisches Linkstum“).

  1. „Zwischen 2002 und 2012 hat ein Satellit der ESA erstmals die Methankonzentrationen der Erdatmosphäre erfasst. Die gemessenen Werte sind nicht mit den bekannten Standorten der großen Rinderherden korreliert.“ Aus: „Kühe können nicht für den menschengemachten Klimawandel verantwortlich sein.“ vom 31. Januar 2020.

  2. Leider werden solche neuen Erkenntnisse von der Klimasekte nicht aufgenommen. Die unterschlägt alles, was ihre Religion gefährdet, weil das Klima das wichtigste Vehikel ist um ihre Ideologie durchzusetzen.
    Bereits die Ausrottung der nordamerikanischen Büffel hat zu einer Senkung des Methans geführt. Niemand hat das in Modelle eingerechnet.

  3. ich freue mich schon wenn sich ein Grüner bei meinen Kühen ans A.loch klebt um gegen den Methanausstoss zu protestieren ! vor allem jetzt mit Herbstgras

  4. Liebe Bauern, sind Beleidigungen eure einzigen Argumente? Leute mit guten Argumenten müssen Gegner nicht beleidigen. Ich warte also auf eure anständigen Kommentare.

    1. Wer sich durch meinen Kommentar betroffen fühlt, darf ruhig beleidigt sein! Die Kühe können ja auch keinen Kommentar abgeben, wenn sie wieder mal zu unrecht für alles mögliche verantwortlich gemacht werden.
      Zudem, ich habe das schon nicht so tierisch ernst gemeint, deshalb: 😉

      1. Beleidigung ist nicht das Problem. Sondern das Nicht-Erkennen der Problematik und das Festhalten am Irrtum der Elite, Luzerner Bauer! Nett sein ist wichtig, aber noch wichtiger ist es, wahrhaftig zu sein und die Wahrheit zu suchen und zu vertreten.
        „Als Generalsekretär der UNO-Konferenz von Rio gab Strong … zu, dass die Behauptung der globalen Erwärmung durch CO2 lediglich eine erfundene List war, um Veränderungen zu erzwingen!“ aus uncutnews.ch/die-dunklen-urspruenge-des-great-reset-von-davos

  5. Deinen Kommentar finde ich eigentlich sehr treffend, wir Zweibeiner (alle, von rechts bis links) sind die schlimmsten Mistverursacher. Da du dich selber zu den Hornochsen zählst, finde ich dies nicht beleidigend.

  6. „1974 erklärte der Club of Rome kühn: „Die Erde hat Krebs und der Krebs ist der Mensch“. Und weiter: „Die Welt steht vor einer beispiellosen Reihe von ineinandergreifenden globalen Problemen, wie Überbevölkerung, Nahrungsmittelknappheit, Erschöpfung nicht erneuerbarer Ressourcen [z. B. Öl], Umweltzerstörung und schlechte Regierungsführung.“
    In Wirklichkeit werden wir durch Lügen, Panikmachen und Ideologien zerstört! Vom Club of Rome in die Welt gesetzt!

    1. Die Lügenfrucht des Club of Rome (bzw. von Rockefeller, Maurice Strong, ÖLBARON!) kommt jetzt zur Reife. Zum Schaden von uns allen! Diese falschen Ideologien bringen Tod, Hunger, soziale Unruhen. Dass das die Bäuerin der Luzerner Bauer nicht durchschauen, zeigt den Erfolg dieser Gehirnwäsche bei der durchschnittlichen, nicht nach Wahrheit suchenden Schweizer Bevölkerung!

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