Samstag, 23. Oktober 2021
23.09.2021 18:18
Fütterung

Kühen mehr Jod und Magnesium füttern

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Von: mgt

Eine neue Formel zeigt, wie sich die Jodversorgung der Milchkühe direkt auf den Jodgehalt der Milch auswirkt. Milch kann damit zu einer verlässlicheren Jodquelle für die menschliche Ernährung werden. Die aktualisierten Fütterungsempfehlungen für Wiederkäuer verbessern deren Versorgung mit Magnesium.

Die letzte umfangreiche Revision der Fütterungsempfehlungen von Mineralstoffen für Wiederkäuer wurde 2015 veröffentlicht. Nach sechs Jahren ist es Zeit, neue Forschungsresultate in die Empfehlungen zu integrieren.

Milchprodukte zweitwichtigste Quelle

Das Kapitel Mineralstoffe und Vitamine (Kapitel 4) wurde bei folgenden Themen angepasst. Milchprodukte sind neben dem mit Jod angereicherten Speisesalz die zweitwichtigste Quelle für die Jodversorgung der Schweizer Bevölkerung. Aktuell trägt Jod aus Schweizer Milch und Milchprodukten zu 16 bis 21% zum Jodbedarf von Erwachsenen und Kindern bei.

Der Jodgehalt der Milch variiert stark, vor allem im Jahresverlauf. Er ist niedriger im Sommerhalbjahr sowie im Biolandbau und widerspiegelt auch den Einsatz von jodhaltigen Zitzen-Desinfektionsmitteln.

Jodergänzung der Rationen

Der Jodgehalt in der Milch wird direkt über die Jodergänzung der Rationen beeinflusst. So kann ein gezielter Jodgehalt der Milch erreicht werden, indem die Fütterung angepasst wird. Eine kontrollierte Jodergänzung kann zudem dazu beitragen, die Streuung der Gehalte in der Milch zu limitieren.

Auch in der Milchverarbeitung gibt es Möglichkeiten, den Jodgehalt der Milchprodukte anzureichern, z. B. durch die Nutzung von jodiertem Salz zur Reifung von Käse. Damit stehen sowohl in der Milchproduktion als auch in der Milchverarbeitung praktische Lösungen bereit, um den Jodgehalt der Milch und Milchprodukte anzupassen und diese als verlässliche Jodquellen für die Humanernährung zu bestätigen.

Magnesium: Fasergehalt berücksichtigen

Wiederkäuer absorbieren Magnesium (Mg) hauptsächlich über die Pansenwand. Dabei steht die Absorption von Mg in direkter Konkurrenz mit Kalium (K): je höher der Gehalt von K ist, desto tiefer die Absorption von Mg.

Eine neue Erkenntnis ist, dass die Absorption von Mg zusätzlich vom Fasergehalt (NDF) der Ration abhängt. Je tiefer der Fasergehalt, desto tiefer die Mg-Absorbierbarkeit. Die Fütterungsempfehlungen für Mg können nun präzisiert werden, indem bei der Schätzung der Mg-Absorbierbarkeit, zusätzlich zum K-Gehalt auch der Fasergehalt der Ration berücksichtigt wird.

Hypokalzämie rund um das Abkalben vorbeugen

Die Empfehlungen von präventiven Massnahmen zur Vorbeugung einer Hypokalzämie (3−4 Wochen vor Abkalben) wurden angepasst. In den Fütterungsempfehlungen wurde zum einen der Magnesiumgehalt der Ration erhöht, denn Magnesium ist für hormonelle Funktionen nötig, welche die Kalziumabsorption und die Kalziumresorption aus den Knochen fördern.

Zum anderen wird, basierend auf neueren Studien von Agroscope und der Veterinärmedizin der Universität Bern (VetSuisse), der Einsatz von Vitamin-D-Präparaten wie 1,25-Dihydroxyvitamin D3 und der Zugang zu natürlichem Licht empfohlen.

Diese drei Anpassungen haben Folgen für die Angaben in den entsprechenden Tabellen der Fütterungsempfehlungen der Milchkuh (Kapitel 7).

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