25.07.2017 11:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Zufferey
Freiburg
Leidenschaft zum Beruf gemacht
Sein Hobby, das Züchten, hat Gottfried Burri zum Beruf gemacht. Heute hält er über 100 Simmentaler Tiere. Sein Sohn, Gottfried junior, tut es ihm nun gleich und züchtet Saanenziegen. Beide feiern Ausstellungserfolge.

Die originalen Simmentaler übten immer schon eine grosse Faszination auf Gottfried Burri aus. «Es ist eine robuste Zweinutzungsrasse, prädestiniert für das Berggebiet und angesichts der aktuellen Milchschwemme auch nicht übermässig leistungsbetont», umschreibt Burri die Vorzüge. In Burgistein BE, wo Burri aufgewachsen ist und früher zuhause war, konnte er aber nur etwa neun Kühe halten. So arbeitete er nebenbei als Schreiner. «Ich wäre gern Bauer geworden, doch mir wurde nahegelegt, erst mal einen anderen Beruf zu lernen», erinnert er sich.

Musste blitzschnell gehen

Vor 16 Jahren wurde ihm im freiburgischen Giffers jedoch ein Betrieb zum Kauf angeboten, dessen Eigentümer an Krebs erkrankt war. «Wir mussten rasch entscheiden, und es musste alles blitzschnell gehen», erinnert sich Ehefrau Vreni, die damals gerade mit ihrem jüngsten Sohn, Gottfried junior, schwanger war. Innert weniger Wochen kauften Burris schliesslich den Betrieb mit insgesamt 24 Hektaren eigenem Land – und nur fünf Tage nach der erfolgreichen Übernahme ist der vorherige Besitzer an seiner Krankheit gestorben. 

Auch der Stall konnte übernommen werden. «Wir mussten aber investieren», erzählt Burri, und so baute er zunächst einen Güllekasten, mit der Zeit eine Heubelüftung, einen Kran und eine Entmistungsanlage – für heute etwa 120 Tiere, darunter 35 Milchkühe, mit denen er Milch für Gruyèrekäse produziert, sowie Jungvieh, ein Stier und 20 Saanenziegen – bei einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von inzwischen 38 Hektaren in der Bergzone 1. 

In Fussstapfen des Vaters

«Unsere grosse Leidenschaft ist nach wie vor die Viehzucht, wir versuchen das Exterieur weiter zu verbessern und nehmen, wo immer möglich, an Ausstellungen teil», ist sich die ganze Familie einig. Im Kanton Freiburg sei die Simmentaler Kuh aber eher selten zu sehen, «umso wichtiger ist es für uns, die Tiere an der Viehschau mit der Konkurrenz zu vergleichen, um so einen Zuchtfortschritt zu erzielen.»

Gottfried junior ist nun auf dem besten Weg, um in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. «Ich habe soeben die Schule beendet und beginne am 1. August mit einer Lehre zum Landwirt», erzählt er stolz. Ihm haben es aber vor allem die Saanenziegen angetan, für die er nun auch eine Melkmaschine geschenkt bekommen hat. Bisher hat er seine Ziegen jeweils morgens vor der Schule und abends von Hand gemolken, während der Lehre wird er aber während der Woche auf dem Lehrbetrieb bleiben, sodass die Melkmaschine nun seinen Eltern die Arbeit etwas erleichtern wird.

Eigene Herde gezüchtet

Dass sowohl beim Vater als auch beim Sohn das Züchten im Blut liegt, haben beide schon eindrücklich bewiesen. Als Sechsjähriger durfte Gottfried junior von zwei Ziegen eine aussuchen, wobei er sich für Hortensia entschieden hat. Eine gute Wahl, denn mit ihr konnte er ab einem Alter von acht Jahren schon viele Erfolge feiern.

Inzwischen ist sie das Stammtier seiner eigenen, vielversprechenden Herde geworden. So wurde seine Dolce Vita an der Chèvre Expo in Bulle Eutersiegerin. Es ist für ihn klar, dass er auch während seiner Ausbildung weiter an Ausstellungen und Märkten teilnehmen will. 

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