3.01.2019 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Kälber
«Mehraufwand lohnt sich»
Gesündere Kälber dank Colorispotop. Welche Massnahmen der Züchter Daniel Krummen umsetzt, erzählt er in diesem Beitrag.

Daniel Krummen aus Mühleberg BE maximierte den Erfolg bei der Kälberaufzucht dank der Teilnahme am Projekt  Colorispotop, das von der Futtermittelfirma UFA und  mit Partnern ins Leben gerufen  wurde.   Colorispotop  hat  zum Ziel, die Kälbergesundheit zu verbessern. Nun erzählt Krummen von seinen Erfahrungen und wie er das Konzept umsetzt.

Drei Mal tränken pro Tag

«Heute vertränken wir mehr Milch als früher», erklärt Krummen. In den ersten fünf Lebenswochen erhalten die Kälber acht Liter  pro Tag. In den ersten neun Tagen werden die Kälber im Iglu gehalten und drei Mal täglich mit vorgewärmter Milch getränkt. «Dieser Mehraufwand lohnt sich», ist er überzeugt.

Den Kälbern könnten grössere Milchmengen vertränkt werden und Durchfälle seien seltener. In der anschliessenden Gruppenhaltung werden die Kälber am Milchautomaten getränkt. Die Wirkstoffspezialität UFA  top-paleo wird während der ersten vier Wochen täglich mit 30 Gramm der Milch beigemischt. Eine optimale Darmflora führt zu weniger Durchfall.

Weiter wird ab der dritten bis zur sechsten Woche die Aufzuchtmilch UFA 207 plus mit 30 Gramm pro Tag ergänzt, um die Tageszunahmen zu optimieren. Ab der zweiten Woche steht den Kälbern UFA-Kälbermash zur freien Verfügung. Bis zur zwölften Lebenswoche wird abgetränkt.

Eisen, Selen und Impfung

«Seit wir  beim Kalb nach sieben Tagen eine Nasenimpfung (Rispoval) machen, haben wir massiv weniger Atemwegserkrankungen», sagt Krummen. Eine Gabe Selen am ersten sowie Eisenpaste am dritten Tag  beheben das Manko dieser Spurenelemente.

Weiter erhalten die trächtigen Rinder zwei bis drei Wochen vor der Abkalbung vorbeugend einen Selenbolus. «Mit all diesen Massnahmen und hygienischer Haltung versuchen wir, die Kälber so gesund wie möglich zu halten. Wenn schon nur einmal ein Tierarztbesuch eingespart werden kann, haben sich die vorbeugenden Aufwände gelohnt», folgert der passionierte Züchter. 

Betrieb

Daniel Krummen führt in Mühleberg BE mit seiner Frau einen 55-ha-Betrieb mit insgesamt 150 Tieren. Davon werden  rund 35 Milchkühe der Rassen RH und HO plus Aufzucht gehalten. Im Jahr 2014 bauten  Krummens einen Stall für 20 Mutterkühe der Rasse OB. Auf dem Betrieb arbeiten  seine Frau  Sandra, sein Vater Alfred sowie  ein Angestellter mit. Krummens produzieren silofreie Milch für die Gruyère-Produktion bei einer durchschnittlichen Milchleistung von rund 10000 Kilo.


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