27.03.2016 11:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Hornkuh-Initiative
«Meine Kühe haben keine Hörner»
Bergbauer Armin Capaul aus Perrefitte hat es geschafft. Er hat weit mehr als die erforderlichen 100'000 Unterschriften für seine Hornkuh-Initiative gesammelt. Viele seiner Berufskollegen teilen aber sein Anliegen nicht, so auch Markus Ritter, der höchste Schweizer Bauer.

«Wer behauptet, Kühe mit Hörnern seien glückliche Kühe, argumentiert verkürzt. Die Leitkuh profitiert vielleicht. Die anderen haben es aber schwerer, sich zu behaupten. Meine Kühe haben keine Hörner. Die stellten ein Sicherheitsrisiko dar – vor allem im Umgang mit unserer älteren Generation und den Kindern.» Mit diesen Worten lässt sich Markus Ritter Präsident des Bauernverbandes und CVP-Nationalrat, im «Sonntagsblick» zitieren.

Das wiederm kann Initiant Armin Capaul nicht nachvollziehen. Er wolle das Enthornen gar nicht verbieten. «Doch Bauern, die auf ganze Kühe setzen, sollen zusätzliche Subventionen bekommen.» Für ihn sind Kühe ohne Hörner keine «ganzen» Kühe. Demnach wären 90 Prozent der Schweizer Kühe keine «ganzen» Tiere.

Die Gründe für das Enthornen wie etwa die Verletzungsgefahr und den erhöhten Platzbedarf in Laufställen akzeptiert Capaul nicht: «Hörner sind ein Organ.» Sie seien wichtig für die Gesundheit der Tiere und die Qualität der Milch und des Fleisches.

Das ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Für Capaul hat aber auch das gemäss «Sonntagsblick» einen Grund: «Die Landwirtschaftslobby will das gar nicht erforschen.» Damit würde sie ihr Geschäftsmodell einer immer mehr auf Effizienz ausgerichteten industriellen Landwirtschaft gefährden.

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