26.04.2014 06:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Melktechnik
Melkroboter boomen wie nie
Gut 400 Melkroboter sind derzeit in der Schweiz in Betrieb. Allein dieses Jahr werden gegen 100 neue dazukommen. Bei allen Anbietern hat die Nachfrage in letzter Zeit stark zugenommen. Und der Trend hält an.

Seit 15 Jahren ist Lely in der Schweiz vertreten. Bei der Melktechnik setzt die Firma ausschliesslich auf ihren Roboter namens Astronaut – und das mit Erfolg. «2013 war das beste Jahr, das wir je hatten», bilanziert Tiziano Ziliani von Lely. «Wir mussten das Verkaufsteam verdoppeln, um alle Anfragen abdecken zu können.»

Grössere Melkstände

Er geht davon aus, dass die Nachfrage anhält: «Wir rechnen damit, 2014 mindestens so viele Roboter absetzen zu können wie 2013. Es ist möglich, dass wir 2013 sogar übertrumpfen.» Das heisst, dass auch dieses Jahr 40 bis 50 neue Astronauten ihren Betrieb aufnehmen werden. 225 sind bereits im Einsatz.

DeLaval, der zweite grosse Player im Schweizer Melkrobotermarkt, hat bisher 185 Roboter, genannt VMS, verkauft. Die Nachfrage steige, freut sich Urs Schmid von DeLaval: «Früher verkauften wir 10 bis 15 VMS pro Jahr, 2013 konnten wir 35 neu installieren. Und der Trend hält an.» Insgesamt realisiert DeLaval pro Jahr etwa 140 grössere Projekte, neben Robotern vor allem Melkstände. «Von denen verkaufen wir zwar weniger als früher, doch sie werden immer grösser, und der einzelne Betrieb investiert mehr. Melkstände mit 20 oder 24 Plätzen sind keine Seltenheit mehr.»

Regionale Unterschiede

Der Roboter von Lemmer-Fullwood heisst Merlin. Noch Anfang Juli 2012 lief keiner in der Schweiz. Heute tun bereits fünf Merlins ihren Dienst. Und es werden immer mehr. Gemäss Pius Muff von Lemmer-Fullwood ist die Nachfrage nach Melktechnik, insbesondere nach automatischen Melksystemen, stark gestiegen: «Die Anlagen werden immer grösser und komplexer und umfassen zunehmend auch Herdenmanagementprogramme.»

Thomas Schmid von GEA Farm-Technologies weist bei der Nachfrage nach Melkrobotern auf regionale Unterschiede hin: «Im Kanton Bern werden eher konventionelle Systeme verkauft, aus der Ost- und der Zentralschweiz hingegen bekommen wir mehr Anfragen nach Robotern als nach Melkständen.» Acht MIone-Melkroboter von GEA Farm-Technologies versehen derzeit ihren Dienst, zwei davon sind Zweiboxenmodelle. Für das laufende Jahr sind laut Schmid bereits einige Systeme verkauft, «und die Nachfrage steigt».

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