12.08.2016 14:48
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tierschutz
Mit dem Auslauf ist nicht zu spassen
Im letzten Jahr haben die Kantone dem Bund 1946 Strafverfahren gemeldet, die die Tierschutzgesetzgebung betreffen. Bei den Rindern ging es meist um ungenügende Haltungsbedingungen oder zu wenig Auslauf.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) veröffentlicht jährlich eine Statistik über die von den Kantonen gemeldeten Strafverfahren, die die Tierschutzgesetzgebung zum Gegenstand haben. Je nach Kanton werden diese Unterlagen von Staatsanwaltschaften, Gerichten, dem kantonalen Veterinäramt oder anderen Verwaltungsbehörden an das BLV versandt.

Plus 15,8 Prozent

Im vergangenen Jahr wurden laut dem aktuellen Bericht  des BLV 1946 Verfahren gemeldet. Das sind 267 oder 15,8 Prozent mehr als im Jahr 2014. Damals wurden 1679 Verfahren gemeldet. 2013 waren es 1522 Strafverfahren. Von den beschuldigten Personen waren gut zwei Drittel männlichen Geschlechts. Am häufigsten waren Personen im Alter von 50 bis 59Jahre in ein Strafverfahren involviert. Über 90-Jährige wurden nicht angeklagt.

In 1223 der gemeldeten Verfahren ging es um Heimtiere, davon 996-mal um Hunde. 565 Strafverfahren betrafen Nutztiere,   konkret deren 281 Rinder, deren 81 Schweine und  deren 68 Schafe. Bei den Schweinen wurden meist ungenügende Haltungsbedingungen oder das Fehlen von Beschäftigungsmaterial bemängelt. Auch bei den Schafen waren ungenügende Haltungsbedingungen oft ein Anklagepunkt. Bei ihnen war aber auch der fehlende Witterungsschutz immer wieder ein Thema.

Angebundene Kälber

Bei den Rindern wurden Tierhalter am meisten wegen ungenügender Haltungsbedingungen angeklagt, hier ging es aber in 59 Fällen auch um Widerhandlungen betreffend Kälber – das heisst, dass diese beispielsweise verbotenerweise angebunden oder einzeln gehalten wurden oder dass ihnen kein dauernder Zugang zu Wasser offenstand.

45 Mal kam es zu einem Strafverfahren, weil den Rindern kein oder zu wenig Auslauf gewährt wurde. Mängel beim Transport – falsch transportierte kranke Tiere, ungenügend ausgerüstete oder beschriftete Transporter – führten zu 64 Verfahren.

22 Freisprüche

78 Verfahren wurden schliesslich eingestellt, da die Anzeige  offensichtlich grundlos war oder die Voraussetzungen für eine Strafverfolgung nicht gegeben waren. 130 Verfahren wurden eingestellt, in 22 Fällen erfolgte ein Freispruch.

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