28.06.2015 14:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Mit gesextem Sperma und Kreuzungen Kälbertötungen vermeiden
Wirtschaftliche Vorteile und ein besseres Image für die Tierhalter versprechen Vorschläge dänischer Züchter zum Umgang mit männlichen Jerseykälbern.

 Wie der Zuchtkoordinator des Rinderzuchtverbands Viking Genetics, Peter Larson, vergangene Woche gegenüber dem dänischen Fachmagazin „Foodculture“ erklärte, müssen heute noch pro Jahr mehr als 30'000 Bullenkälber der Rasse Jersey kurz nach der Geburt getötet werden, da sich deren Mast nicht lohnt und auch keine anderen Nutzungsmöglichkeiten in Frage kommen.

Wenn man die gesellschaftlich kaum vermittelbare Tötung der Jungtiere vermeiden oder zumindest reduzieren wolle, böten die modernen Zuchtmethoden mehrere gangbare Wege, erläuterte Larson. So könnten die Jerseykühe in der Milchproduktion beispielsweise mit gesextem Sperma belegt werden, um die Geburt der unerwünschten männlichen Tiere von Vornherein auf ein Minimum zu beschränken.

Die Erfolgsquote beträgt dabei nach Angaben des Fachmanns mehr als 90 %, so dass im Zuchtbetrieb nur noch etwa 10 % aller Kälber statt der Hälfte männlich seien. Larson zufolge wird das Verfahren inzwischen schon von einem Fünftel der dänischen Jerseyhalter genutzt. Eine Alternative dazu wäre nach seiner Anregung die Besamung der Jerseykühe mit fleischbetonten Rinderrassen wie Limousin. Die männlichen Kreuzungskälber erreichten ähnliche Fleischanteile und Zuwachsraten wie Holstein-Friesen-Bullen und zeigten damit eine gute Eignung für die Mast, so der Zuchtexperte.

Laut seiner Schätzung könnte die Zahl der getöteten Jerseybullen in Dänemark unter Anwendung dieser Massnahmen in den nächsten fünf Jahren auf weniger als die Hälfte des heutigen Wertes sinken. Neben zusätzlichen Einnahmen aus der Mast der Tiere sei zudem mit positive Folgen für das Image der Halter zu rechnen.

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