6.06.2019 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fütterung
Mootral-Kühe schützen Klima
Methan, das im Pansen der Kühe entsteht, ist ein klimaschädigendes Gas. Mit einem natürlichen Futterzusatz kann seine Bildung um rund 30 Prozent reduziert werden – dies soll sogar gratis möglich werden.

Schon ab diesem Herbst sollen Schweizer Milchviehhalter die Methanemissionen ihrer Kühe um über 30 Prozent reduzieren können. Dies dank einem Futterzusatz auf natürliche Weise und erst noch vergünstigt oder gratis.

Zitrusfrüchte und Knoblauch

So jedenfalls plant es das Westschweizer Agritech-Unternehmen Mootral aus Rolle VD. Vivica Pietz von Mootral: «Unser Futterzusatz Mootral besteht aus Zitrusfrüchten und Knoblauch. Organosulfurverbindungen und Bioflavonoide können im Pansen die Methanemissionen um 30 Prozent senken, indem sie das Pansenmikrobiom positiv beeinflussen und die Anzahl der methanbildenden Urbakterien (Archaeen) reduzieren.»  

Auf einem englischen Milchviehbetrieb mit 400 Jersey- und Holsteinkühen wurde eine Methanreduktion von 30 Prozent und eine positive Wirkung auf die Leistung erzielt. Den Knoblauchgeschmack merke man weder in der Milch noch im Fleisch, betont Pietz.

Markteintritt im 2. Halbjahr 2019

Nun hat Mootral einen grossen Schritt in Richtung Markteintritt gemacht. Die Klimastiftung Schweiz unterstützt das Unternehmen mit einer Spende über 200'000 Franken. Das soll es Mootral erlauben, den Futtermittelzusatz anfangs vergünstigt oder gratis abzugeben. Lanciert wird er in der zweiten Hälfte dieses Jahres in ersten Ländern. «Da die Schweiz einer der primären Zielmärkte für Mootral ist, wird die Markteinführung für die zweite Hälfte 2019 geplant», blickt Pietz voraus.

«Unser Ziel ist es, in kürzester Zeit eine maximale Nutzung von Mootral bei möglichst vielen Landwirten zu erreichen. Deshalb möchten wir Mootral den Landwirten kostenlos anbieten.» Um dies zu gewährleisten, sei jedoch eine Senkung der Produktionskosten von Mootral, der Anstieg der Preise für Emissionszertifikate und die ordnungsgemässe Umrechnung des Treibhauspotenzials von Methan gegenüber CO2 nötig. «Bis dieses Ziel erreicht ist, beträgt der Preis von Mootral pro Kuh und Jahr ca. 58 Franken.»

BLW noch zurückhaltend

Grundsätzlich möglich wäre auch, den Futterzusatz im Rahmen eines Ressourcenprojektes zu fördern. «Beim Klimaschutz besteht Handlungsbedarf», bestätigt Ivo Strahm vom Bundesamt für Landwirtschaft. «Wichtig ist, dass die Wirkung von Massnahmen nachgewiesen ist und wirksame Futtermittelzusätze von anderen Anbietern nicht ausgeschlossen werden. Natürlich müssen auch die übrigen Anforderungen an Ressourcenprojekte erfüllt sein».

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