25.09.2017 14:49
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Viehzucht
«Neue Schweizer Kuh» auf SRF
Das Wirtschaftsmagazin ECO des TV-Senders SRF beleuchtet am Montagabend die Interessengemeinschaft «Neue Schweizer Kuh». Diese will die Milchproduktion ökonomischer und ökologischer machen. Doch nicht überall stösst die Idee auf Begeisterung.

Der Produzenten von Molkereimilch müssen sich seit Monaten mit miserablen Milchpreisen herumschlagen. Die Kosten lassen sich damit kaum decken. Zahlreiche Betriebe haben die Milchproduktion aufgegeben, obwohl das Grasland Schweiz gemäss Experten hervorragend dafür geeignet ist.

Klein, rund und gesund

Die Interessensgemeinschaft «Neue Schweizer Kuh» sucht nach neuen Lösungen, wie das «SRF» in einem Sendehinweis schreibt. Sie wollen eine Milchkuh züchten, die gesund und effizient ist. Klein, dick, rund und gesund soll sie sein, die neue Schweizer Kuh, heisst es weiter. Da kleine Kühe mehr Milch pro Futtereinheit produzieren und gesünder sind, wurde das Zuchtziel so definiert.

Landwirt Andreas Elliker will Kühe auf seinem Betrieb, die nicht ständig einen Tierarzt benötigen. «Eine Kuh will ich drei Mal im Jahr richtig wahrnehmen. Das ist dann, wenn ein Kalb auf die Welt kommt, dann, wenn sie wieder belegt werden soll und wenn sie wieder trocken geht und sich für das nächste Kalb vorbereitet», sagt der Biobauer gegenüber dem TV-Sender.

Ein Drittel billiger

Damit er einen Stundenlohn von 28 Franken erreicht, hat der Biobauer seinen Betrieb auf Raufütterung, Gras und Heu, umgestellt. Der Thurgauer konnte so die Kosten für den Tierarzt und Kraftfutter halbieren.

Mehr Geld für die Bauern dank der neuen Schweizer Kuh
Am 25. September 2017 im Wirtschaftsmagazin ECO auf SRF ab 22.25 Uhr

Gemäss einer Studie des Forschungsinstituts Agroscope produzieren Vollweidebetriebe die Milch einen Drittel billiger ihre konventionellen Berufskollegen. Laut einer Schätzung des Studienleiters Christian Gazzarin wären ein Viertel der Betriebe geeignet, auf das Weidesystem umzustellen.

«Brauchen keine neue Kuh»

Doch das Vollweidesystem findet nicht überall Anklang. «Eine neue Schweizer Kuh brauchen wir nicht», erklärt Markus Gerber, Präsident des Zuchtverbandes Swissherdbook, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «ECO». Die Rasse Swiss Fleckvieh entspreche genau diesen Kriterien. Welche Rasse man wähle und welche Stiere man einsetze, liege in der unternehmerischen Freiheit jedes einzelnen Landwirts. Man sei aber offen für eine Zusammenarbeit, so Gerber.

«Halbe Schweine»

Die Hochleistungsrassen wie beispielsweise die Holsteinkühe werden von Forscher Gazzarin kritisiert. Die Milchmaximierung habe Nebenwirkungen. «Man muss wissen, dass die amerikanische Genetik vorwiegend aus der Stallfütterung stammt, mit einem Kraftfutteranteil von 50 Prozent. Das sind halbe Schweine, die da gefüttert werden. Von daher ist es daneben, wenn man solche Genetik in die Schweiz einführt», so das eindeutige Fazit des Agroscope-Forschers.

Er empfiehlt eine Trendwende in der Zucht hin zu einer genügsamen Schweizer Kuh. Mit dieser haben die Bauern gemäss Gazzarin reelle Chancen, «gutes» Geld zu verdienen.

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