19.08.2017 15:23
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Neuseeland
NZ: Milchproduktion stagniert
In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Milcherzeugung in Neuseeland mehr als verdoppelt, doch nun soll erst einmal Schluss sein mit den kräftigen Wachstumsraten. Davon geht zumindest die Rabobank in Neuseeland in einer längerfristigen Markteinschätzung aus und macht dafür Umweltauflagen und begrenzte Ressourcen verantwortlich.

Nach Angaben der Banker lag in den vergangenen zwei Dekaden der jährliche Zuwachs der neuseeländischen Milchproduktion im Schnitt bei 4,1 %. In den Milchwirtschaftsjahren 2015/16 und 2016/17 war die Erzeugung jedoch um 1,6 % beziehungsweise 1,0 % rückläufig, wofür die niedrigen Erzeugerpreise und zuletzt auch ungünstige Weideverhältnisse verantwortlich waren.

Mittlerweile habe sich jedoch der Produktzyklus gedreht und die wieder gestiegenen Preise ließen in der laufenden Saison 2017/18 ein Milchplus zwischen 2 % und 3 % erwarten, so die Analysten. Für den folgenden Fünfjahreszeitraum rechnen sie jedoch nur noch mit einem jährlichen Zuwachs der Milcherzeugung um durchschnittlich 1,6 %.

Auflagen bremsen Expansion

Als Expansionsbremse würden vor allem Umweltauflagen und notwendige Genehmigungen zum Ressourcenverbrauch wirken. So gebe es in den Milchproduktionsgebieten verschärfte Vorschriften zum Nährstoffeintrag oder der Wasserreinhaltequalität.

Die anziehenden Landpreise würden zudem die Expansion oder Neueinrichtung von Milchviehbetrieben wirtschaftlich unattraktiver machen. Eine Rolle spiele zudem, dass Fonterra als größte Molkerei des Landes die Verfütterung von preiswerten Palmkuchenherzen auf eine Tagesration von 3 kg je Kuh beschränkt habe und dies ab Juni 2018 auch systematisch kontrollieren werde.

Mehr Futterkosten

Dies dürfte vor allem auf der Nordinsel zu höheren Futterkosten führen, so die Rabobank. Potential für Zuwächse der Milcherzeugung sehen die Bankexperten jedoch noch bei der Produktivität, die auch in den kommenden Jahren steigen soll.

Die Molkereien müssten sich bei ihren Planungen - gegenwärtig sind mehrere neue Milchverarbeitungswerke im Bau oder in Vorbereitung - auf das geringere Milchmengenwachstum einstellen, um Überkapazitäten zu vermeiden. Die Milcherzeuger können der Bank zufolge dagegen mit einem größeren Wettbewerb um ihren Rohstoff rechnen. 

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