3.10.2013 15:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Sandra Steffen-Odermatt
Luzern
Rekordverdächtige Alpabfahrt
6 Älplerfamilien, ein Wurststand, 3 Marktstände und 500 Personen – so sah 2004 die erste Alpabfahrt in Schüpfheim aus. Neun Jahre später ist die Entlebucher Alpabfahrt zum grössten Event der Region gewachsen.

Einige meinten nach der ersten Alpabfahrt in Schüpfheim: «Schön wars, aber nach ein, zwei Mal haben wirs dann gesehen.» Bei der diesjährigen 10. Ausgabe der Entlebucher Alpabfahrt stimmte alles perfekt. Eingeläutet wurde das Jubiläum mit einem Folkloreabend. Verschiedene Formationen aus der Region und die Ländlerkapelle Carlo Brunner begeisterten im übervollen Zelt mit einem kurzweiligen Programm, moderiert durch Kurt Zurfluh.

Die sieben Älplerfamilien wurden mit einem kurzen Film vorgestellt, der gleichzeitig Einblick gab in den abwechslungsreichen Arbeitsalltag auf den Alpen. Eindrücklich auch der Bätruef von Älpler Beat Emmenegger.

Viel Vorbereitung

Einmal mehr hatten die Älplerfamilien mit ihren Helfern in unzähligen Arbeitsstunden die Glocken auf Hochglanz geputzt, die Tiere wunderbar geschmückt und ihren Hausrat auf die Plunderwägen gepackt. Es dürfte zum besonderen Erfolg der Entlebucher Alpabfahrt beitragen, dass der Abzug der Älpler mit den über 200 Tieren «echt» ist. Es scheint als hätte Petrus Freude an dem traditionellen Anlass, bereits zum achten Mal zeigte sich das Wetter gut. Am Vormittag blieb es den Kühen zuliebe noch etwas kühl, am Nachmittag sorgte die Sonne für beste Stimmung beim Strassenfest.

Bereits ab 7 Uhr starteten die ersten Herden von ihren Alpen, damit sie pünktlich um 11 Uhr in Schüpfheim durchmarschieren konnten. Sechs der Familien sind in Schüpfheim zu Hause, eine zog gar noch zwei Stunden weiter bis nach Doppleschwand. OK-Präsident Toni Hurni überreichte den Älplern zum Jubiläum eine spezielle Schnapsflasche mit einem Alpabzug im Flascheninneren.

Stimmung pur

«Es läuft mir jedes Mal ein Schauer über den Rücken, wenn wir durch die begeisterte Menschenmenge durchziehen – ein Wahnsinnsgefühl», begründete Niklaus Epp stellvertretend für alle Älpler die Motivation, jedes Jahr wieder den riesigen Aufwand zu betreiben.

Viele Besucher verweilten auch nach dem Durchzug der Älpler noch länger im Dorf: An den 21 Marktständen wurde eine riesige Vielfalt an Entlebucher Käse und weitere Köstlichkeiten aus der Region feilgeboten, und verschiedene Jodlerformationen sorgten den ganzen Tag über und bis spätnachts im ganzen Dorf für gemütliche Stimmung.

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