Samstag, 28. November 2020
11.12.2015 17:03
Deutschland

Riesiger Milchviehstall wird nicht gebaut

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Ein für 3000 Rinder geplanter Stall in Norddeutschland wird nicht gebaut. Das niederländische Familienunternehmen Pon hat die Pläne verworfen. Begründet wird der Rückzug mit der langen Planungsdauer und der fehlenden Aussicht auf eine Genehmigung.

In Keez, in der Nähe von Wismar (Mecklenburg-Vorpommern), plante der Pon-Konzern mit über 11‘000 Mitarbeitern ein gigantisches Projekt. Die 362 Meter lange Stallanlage sollte 2280 Jersey-Kühe beherbergen. Das Melkhaus war auf 60 Plätze ausgelegt. In einen anderen Stall sollten 169 Färsen untergebracht werden. In zwei weiteren Ställen sollten bis zu 600 Kälber Platz finden.

Zudem waren zwei Gülle/Gärrestlager sowie eines Vermarktungszentrums mit Auktionshalle für Jersey-Kühe geplant. Es hätten rund 25 Arbeitsplätze entstehen sollen. Den Agrarhof Brüel, auf dem die Gebäude gebaut werden sollten, hatten die Niederländer im Frühjahr 2012 erworben.

Aus dem umstrittenen Grossprojekt in Keez wird nun nichts, wie der „Anzeiger für Sternberg-Brüel-Warin“ berichtet. Am Mittwochnachmittag verkündete Unternehmerin Fanja Pon das Aus. Nicht die Bürgerinitiative gegen das Projekt habe die Familie veranlasst, das Projekt fallenzulassen. 80 Prozent der Bevölkerung hätten dieses unterstützt. Hauptgrund sei die lange Planungsdauer von 3 Jahren. Zudem gäbe es keine konkrete Aussicht auf eine Genehmigung für das Projekt, so Pon.

In Europa gehe die Tendenz zu einer anderen Sicht auf die Milchwirtschaft, hält sie fest. Mit Blick auf die sehr tiefen Milchpreise muss für Fanja Pon bei einem Neubau „aber eine bestimmte Grösse dahinter stehen, ansonsten ist die Wirtschaftlichkeits-Problematik unlösbar“. In der EU werde das Projekt nun ganz bestimmt nicht realisiert. Ausserhalb der EU hingegen gäbe es allenfalls Möglichkeiten.

Die Familie Pon ist seit mehr als 20 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern in mehreren Tourismus- und Agrarunternehmen aktiv.

Mehr zum Projekt lesen Sie hier

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