9.07.2018 08:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Tierwohl
Schattendach oder Bäume Vorschrift
Werden Rinder rund um die Uhr auf der Weide gehalten, müssen sie sich vor Sonne und Hitze schützen können.

Der Hochsommer ist eingekehrt. Während die Kühe tagsüber am besten im Stall gehalten werden – sofern der gut belüftet und kühl ist –, sind Aufzuchttiere und auch Mutterkühe oft Tag und Nacht auf der Weide. Dort muss ihnen ein Schutz vor der Witterung geboten werden. Das schreibt die Tierschutzverordnung vor.

Keine exakten Grenzwerte


Gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) können Rinder ohne die Möglichkeit, vor extremen Witterungseinflüssen Schutz suchen zu können, in ihrer Anpassungsfähigkeit überfordert werden. Vor allem Rinder mit hohem Stoffwechselumsatz wie laktierende Kühe seien hitzesensibel. Die Unterschiede können jedoch je nach Alter, Rasse, Nutzungsrichtung, Nutzungsintensität und Haarkleid gross sein. 

Wie das BLV in einer Fachinformation schreibt, ist es nicht möglich, exakte Grenzwerte von klimatischen Bedingungen anzugeben, ab denen ein Schutz vor extremer Witterung gewährt werden muss. Entscheidend sei vielmehr, vorzusorgen, dass die Tiere jederzeit vor extremer Witterung Schutz suchen könnten, wenn sie diesen benötigten. Derartige Situationen, die Schutz vor extremer Witterung erfordern, treten laut BLV nachweislich auch bei Robustrassen wie Highland Cattle auf.

Alle Tieren gleichzeitig Schatten

Wenn eingezäunte Flächen nicht genügend natürliche Strukturen wie Bäume, Hecken oder Waldränder aufweisen, muss bei der dauernden Haltung im Freien der Witterungsschutz durch einen künstlichen Unterstand realisiert werden, oder die Tiere müssen bei extremer Witterung an einen Ort mit Witterungsschutz verbracht werden. Bei der Nutzung eines natürlichen Witterungsschutzes ist die Waldgesetzgebung, bei der Erstellung eines Unterstandes sind die Gewässerschutzgesetzgebung und das Raumplanungsgesetz zu beachten. 

Der Witterungsschutz muss allen Tieren gleichzeitig Schatten bieten. Laut der Fachinformation soll ein möglichst grosser Luftaustausch stattfinden, der den Tieren zudem hilft, sich vor Lästlingen (Fliegen, Mücken, Bremsen) zu schützen. Unterstände ohne Wände, Schattennetze oder ausreichend grosse Baumgruppen seien hier von Vorteil, schreibt das BLV.
Tierschutzvorschriften und Fachinformation: www.nutztiere.ch

Iglus im Schatten aufstellen

Bei der Igluhaltung von Kälbern im Freien gilt es laut dem BLV, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Je nach Standort und Material heizen sich die Iglus so stark auf, dass die Kälber lieber an der Sonne stehen, als im Iglu zu liegen. Iglus sollten entsprechend im Schatten aufgestellt werden, also unter einem Vordach, einem Baum oder einem Sonnensegel. Während der heissesten Tageszeit sollte der Schatten das Iglu wie auch den Platz vor dem Iglu abdecken. Weiter gilt es darauf zu achten, dass die Iglus an Orten mit viel Wind stehen. Lüftungsöffnungen erhöhen den Luftaustausch im Iglu und sorgen für Abkühlung. Da die Kälber beim Schwitzen und Atmen viel Flüssigkeit verlieren, ist frisches Wasser beim Iglu eine absolute Notwendigkeit. sum

 

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