Freitag, 20. Mai 2022
04.05.2022 11:17
Sömmerung

Schellen lose umschnallen

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Von: sum

Viele Rinder werden im Sommer auf der Alp nicht eingestallt. Zu enge Glockenriemen können im Herbst Probleme machen

In den kommenden Wochen gehen überall in der Schweiz die Rinder und Kühe z Alp. Viehhändler Rudolf Rubi aus Grindelwald BE transportiert regelmässig Rinder seiner Kunden ins Sömmerungsgebiet und ist auf Alpen unterwegs.

Klauen kontrollieren

Er warnt nun: «Gerade den Rindern, die den Alpsommer über nicht eingestallt werden, werden beim Auftrieb die Glockenriemen sehr häufig zu eng angezogen. Das führt zu Tierleid, wenn der Halsumfang im Lauf des Sommers zunimmt.» Rubi rät, bei behornten Rindern, die nicht aus dem Riemen ausschleifen können, diesen nur lose anzuziehen, bei unbehornten Tieren so fest wie unbedingt nötig. Und die Riemen, falls möglich, regelmässig auf ihren Sitz zu kontrollieren. Und: «Vor dem Aufzug gehört es dazu, die Klauen zu pflegen.»

Diese Aussagen unterstreicht Alpwirtschaftsberater Töni Gujan vom Plantahof GR: «Bei Glocken und Schellen ist es wichtig, dass die Tiere an sie gewöhnt sind – ebenso wie sie an Weidezäune gewöhnt sein sollen. Die Riemen müssen in der Grösse passen, gepflegt sein und bis auf eine Handbreite angezogen werden.» Im Sommer ist der Sitz der Riemen, wenn möglich, zu überprüfen. Auch Gujan rät, die Klauen zu pflegen oder zumindest zu kontrollieren. «Bei Bedarf werden die Rinder auch markiert, geimpft oder gegen Parasiten behandelt.» Zeit dafür bleibe genug. «Die Alpaufzüge werden wohl erst gegen Ende Mai stattfinden, genauere Schätzungen sind noch nicht möglich. Der Schnee ist jedoch auf den Hochalpen schon stark geschmolzen», so Gujan.

Es sollten nur gesunde Tiere gesömmert werden.
Samuel Krähenbühl

Schwache Tiere nicht sömmern

Matthias Grossmann vom Inforama Berner Oberland weist noch auf andere wichtige Vorbereitungen bei den Rindern für die Alpaufzüge hin. Die Aufzüge dürften heuer gemäss Durchschnitt der letzten zwei Jahre ab Mai beginnen: «Kranke oder schwache Tiere haben auf einer Alp grundsätzlich einen schweren Stand und gehören nicht in die Sömmerung. Wichtig ist eine gute Klauengesundheit, die durch ein frühzeitiges Klauenschneiden bei den älteren Rindern gefördert werden kann.»

Eine allfällige Impfung gegen Gamsblindheit oder Rauschbrand sollte je nach Region in Betracht gezogen werden. Rinder, die den Sommer hindurch nicht eingestallt werden, können schnell verwildern. «Daher sind, wenn möglich, keine scheuen Tiere aufzutreiben. Eine allfällige Parasitenbekämpfung ist mit den Alpverantwortlichen vorgängig abzusprechen», rät Grossmann. Für eine ruhige Alpfahrt rät der Schweizer Tierschutz, bei nervösen Rindern Glocken oder Schellen im Transporter zu verstopfen.

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5 Responses

  1. Mein Fazit warum haben wir die Lanwirdchaftslehre noch? Die brauchts nicht mehr es gibt gnügend selbsternannte und staatliche Berater! Nur will keiner von diesen unsere Albeit machen.

  2. Schellen iose umschnallen, ist sicher nicht der richtige Ausdruck. Bei losen Riemen, wird das Weidetier , beim Weidegang behindert und es besteht die Gefahr dass Tiere irgendwo hängen bleiben. Die angepasste Grösse der Schellen und die Handbreite, Spielraum , sind sicher kein schlechtes Mass. Dazu darf man sicher erwarten, dass bei der Betreuung der Tiere, durch den Sommer, auch ein Augenmerk darauf geworfen wird.

  3. Broger schreibt es richtig. Viele Berater verdienen einfach ihren Lohn mit schlechten Ratschlägen. Bauern sollten sich solche Vogterei einfach nicht mehr gefallen lassen. Steht entlich wieder zusamnen. Stärkt Euch gegenseitig. Ihr versteht das Handwerk und wisst wovon Ihr redet. Ihr leistet einen unzahlbaren Wert an die Natur und den Menschen. Danke allen Bauern herzlich für Eure Liebe zu den Tieren und unserem schönen Land.

  4. „Lose „ umschnallen gibt viel mehr probleme am unterkiefer, weil der lederriemrn nicht am hals anliegt und so auskühl und hart wird! Zudem haben wir ruhige tiere und gutes alppersonal um jederzeit zu reagieren.

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