1.08.2018 11:10
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Schlachten oder Futter kaufen?
Die ausgeprägte Trockenheit hat gravierende Auswirkungen. Auf Weiden und Wiesen wächst kein Gras mehr. Den Kühen müssen teilweise bereits Wintervorräte gefüttert werden. Werden Sie Ihren Tieren Futter zukaufen? Oder bringen Sie die Kühe zum Metzger? Oder ist es noch nicht so schlimm? Abstimmen und mitdiskutieren

Die Schweizer Landwirtschaft leidet massiv unter der Trockenheit. Seit Monaten regnet es viel zu wenig. Felder trocknen aus, die Kulturen wachsen nicht mehr oder verdorren gar. 

Bedarf der Tiere nicht gedeckt

Besonders in der Ostschweiz ist die Dürre akut. Aber nun wird die Trockenheit auch in der Nord- und Nordwestschweiz und im Mittelland zu einem besorgniserregenden Problem. «An schönem Wetter haben wir grundsätzlich Freude. Die extreme Trockenheit ist das Problem. Das wächst jetzt nicht nur zu einer schwierigen Situation heran, sondern könnte zu einer Katastrophe werden», warnt Bauernpräsident Markus Ritter in einem Interview mit Radio SRF. 

In der Ostschweiz hat es so wenig geregnet wie seit 150 Jahren nicht mehr. An den Hängen wächst kein Futter mehr, die Flächen sind braun statt grün. Die Futterernte fiel besonders ab dem zweiten Schnitt gering aus. «Nach einem guten Heuschnitt war schon beim 2. Schnitt der Ertrag aufgrund der Trockenheit reduziert. Die folgenden Nutzungen sind mager ausgefallen und decken den Bedarf der Tiere nicht», sagt Bruno Nabulon, Futterbauberater am Arenenberg TG, gegenüber schweizerbauer.ch. 

Zusatzkosten

Auf den Weiden und Wiesen wächst in vielen Gebieten überhaupt nichts mehr, die Grasnarben sind komplett ausgetrocknet. Ein Weidegang erübrigt sich deshalb vielerorts. Einige Bauern verfüttern den Kühen bereits Wintervorräte. Auch Grünmais wird als Ration eingesetzt. In einigen Orten wurde wegen der Trockenheit gar mit der Maisernte begonnen.

Milchbauern, die über kein oder zu wenig Futter verfügen, haben die Möglichkeit, Heu zuzukaufen. Da aber die Nachfrage gestiegen ist, erhöhen sich auch die Preise. Und da in vielen Regionen Europas Trockenheit herrscht, dürften die Preise weiter in die Höhe klettern. Der Kauf von Futter führt so oder so zu Zusatzkosten. Und da der Milchpreis nicht gestiegen ist, drückt dies auf den Erlös.

Mehr Kühe zum Metzger

Eine andere Möglichkeit ist das Schlachten von Kühen, um den Futterbedarf zu verkleinern. Einige Bauern haben von dieser Option bereits Gebrauch gemacht. «Es kommen mehr Kühe auf den Markt. Darunter befinden sich vermehrt auch magere Kühe», sagen Händler gegenüber «Schweizer Bauer». Derzeit ist der Preis 8.40 bis 8.50 Franken pro Schlachtgewicht (T2/T3) noch gut, doch dies könnte sich rasch ändern. Bereits werden die Proviande-Preise nicht mehr überall bezahlt. Und sollten plötzlich viele Tiere auf den Markt kommen, kommt das Preisgefüge ins Rutschen.

Die Prognosen für die kommenden Tage versprechen leider keine flächigen und ausgiebigen Niederschläge. Im Gegenteil, vielerorts bleibt es trocken. Die Lage dürfte sich weiter verschärfen. Die Trockenheit wirkt sich auf den Fleisch- und Futtermittelmarkt aus. Mit ein wenig Verzögerung ist aber auch der Milch- und Nutzviehmarkt von der Dürre betroffen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Kaufen Sie Futter für Ihre Tiere, um Schlachtungen zu verhindern? Oder kaufen sie kein Futter und lasseneinige Kühe schlachten? Oder kaufen Sie Futter zu und bringen gleichzeitig Kühe in den Schlachthof? Oder hat die Dürre bei Ihnen noch keinen Auswirkungen auf die Futterverfügbarkeit und den Tierbestand? Mitdiskutieren und abstimmen

Sind Ihre Felder von der Trockenheit auch betroffen? Welche Kulturen leiden am meisten? Senden Sie uns Ihre Bilder an bild@schweizerbauer.ch . Namen und Ort nicht vergessen

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